Backdoor-Time! CVE-2019-1894 – der Spion von CISCO, der durch die Hintertür kam

Immer schön spionagefähig bleiben. Die Vermutung liegt nahe, dass dies die neue Produktanforderung diverser großer Hersteller ist. Alles reine Spekulation! Backdoors in Netzwerkhardware haben in letzter Zeit immer wieder für Aufregung gesorgt. Unter anderem haben derartige Schwachstellen teilweise den Ruf der Chinesen angegriffen. Dies hat sie für den Aufbau des 5G-Netzes mit Huawei in Europa vorerst für einige Länder aus dem Rennen geworfen. Dieses Mal sind die Chinesen aber unschuldig. Es war ein amerikanischer Hersteller, der die Möglichkeit zur Spionage quasi auf dem Silbertablett geliefert hatte.

Der Mega-Konzern CISCO bietet Lösungen für beinahe jeden Bereich des Netzwerkbetriebes an. Auch Router und Switches gehören zum Sortiment. Bei einem Switch hatte man wohl versehentlich eine Backdoor offen gelassen. Damit hätten ganz einfach Gespräche belauscht werden können. Spionage vom Feinsten.

The very first time

Es ist nicht das erste Mal, dass das in San Francisco gegründete Unternehmen mit Spionagevorwürfen und Backdoors zu kämpfen hat. Bereits in den Jahren 2013 und 2014 entdeckte man spionagefähige Sicherheitslücken.

Switch, switch – jetzt wirst du abgehört

Die aktuelle Lücke wurde vom Sicherheit-Techniker Oliver Matuka entdeckt. Dabei geht es um eine Schwachstelle im SSH-Schlüsselmanagement bei CISCO-9000-ACI-Switches. Ein Angreifer hätte so leicht auf das Netzwerk zugreifen können. Es wäre damit ein Kinderspiel gewesen, Switches zu infiltrieren. Abhören inklusive. Gemäß Berichten des IT-Magazins The Register hat Cisco die Lücke bereits per Update behoben. Nun ist es wichtig, dass dieses Update auch gemacht wird.

Den Ball weitergeben

Da wird im Land des Lächelns aber so manch einer aufatmen. Endlich ist man nicht mehr allein mit den Spionagevorwürfen. Geteiltes Leid ist doch halbes Leid. So schnell kann sich das Blatt eben wenden. Gerade noch waren es die Chinesen, denen man nicht trauen konnte und nun haben die Amerikaner den Ball. Spionage und Überwachung – ein Thema, das ihnen wohl bereits aus zahlreichen Überwachungsskandalen vertraut sein dürfte.

In dubio pro reo

Im Zweifel für den Angeklagten. Bis jetzt steht nur fest, dass es eine Sicherheitslücke gab und dass sie ehestmöglich behoben wurde. Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne und Fehler können passieren. Egal ob die Spionageanschuldigungen nun gerechtfertigt sind oder nicht. Ein bitterer Beigeschmack bleibt leider immer bestehen.

Fazit

Auf dem Sektor Spionage, Überwachung und Sicherheitslücken gibt es immer wieder böse Überraschungen. Kein System ist sicher. Achte darauf, dass du regelmäßig Sicherheitsupdates machst und gehe grundsätzlich nicht davon aus, dass du save bist. Es könnte immer sein, dass sich irgendein Hersteller eine Backdoor offen lässt, um später einmal nach dem Rechten zu sehen. Sicherheitsupdate nicht vergessen! Schütze deine Daten!

Quelle: https://www.golem.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:13. Mai 2019

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Überwachung
Alexa im Home Office?

Alexa im Home Office? Schlechte Idee!

Wenn du momentan (wie sehr viele Menschen) von zu Hause arbeitest, können nicht nur Kinder & Co zum Störfaktor werden. Viel schlimmer: Da du oft auch vertrauliche Firmenagenden via Telefonkonferenz etc. besprichst, könnten dir Spione in den eigenen vier Wänden zum Verhängnis werden. Denn: Alexa und andere smarte Speaker hören mit! Wie Spionage-sicher ist dein Zuhause? Dieser Tipp kommt von einer Berufsgruppe, die sich mit Firmeninternat und geheimen Dokumenten auskennt: Anwälten. Normalerweise verschanzen sie sich in ihren Büros und reden ...
Weiterlesen …
/ / Überwachung
Airbnb Überwachung für weniger Lärm

Airbnb Überwachung zur Lärmvermeidung

Wilde Partys, wütende Nachbarn. Das steht bei Airbnb und ähnlichen Vermietern immer wieder mal am Programm – und verleiht den Unternehmen ein schlechtes Image. Dagegen möchte Airbnb nun mit einer Art Airbnb Überwachung vorgehen: Ein eigenes Gerät misst das Lärmaufkommen und warnt ab einem gewissen Wert den Unterkunftsbesitzer per App oder SMS. Airbnb Überwachung Beeinträchtigung des Datenschutzes? Das Gerät wird von Airbnb verkauft. Es soll lediglich warnen, nicht aber aufzeichnen. Trotzdem sehen Datenschützer das Angebot sehr kritisch. Auch wenn ein ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein, Überwachung
Apples Siri aktiviert sich automatisch

Siri & Co nehmen dich bis zu 19 Mal am Tag auf!

Es ist immer wieder die Rede davon, dass sich Siri, Alexa und andere Echos einfach von selbst aktivieren. Eine Universitätsstudie zeigt nun, dass das tatsächlich so ist – und hat auch gleich erhoben, wie oft Alexa mal eben so zuhört. Du schaust gerade fern und lachst über den idiotischen Bachelor, als plötzlich eine Stimme ertönt: „Heute erwarten wir Temperaturen von 20 Grad.“ Hoppla? Was war das denn? Apples Siri natürlich. Oder Amazons Alexa. Oder wen auch immer du zuhause als ...
Weiterlesen …
/ / Überwachung
Amazon Alexa

Amazon Alexa ausgetrickst: Armband soll vor Spionage schützen

Es ist immer wieder Thema, dass Amazon Alexa & Co uns belauschen. Das geht aber nur, wenn ihr Mikrofon funktioniert. Genau hier setzen nun Wissenschafter an. Sie haben ein Armband entwickelt, dass die Mikros von smarten Aufnahmegeräten „taub“ machen. Amazon Alexa als Spion im Büro? Entstanden ist die Idee aus einem sehr nachvollziehbarer Situation, die sicherlich auch einige von euch sehr gut nachvollziehen können. Denn Wissenschafter Ben Zhao wollte sich unbedingt einen Amazon Echo anschaffen. Einfach nur zum Musik hören ...
Weiterlesen …
Wird geladen...