Spionage-Gefahr: Tschechische Cybersicherheits-Agentur warnt vor Huawei- und ZTE-Produkten

Huawei ist momentan des Öfteren in Sachen Spionage für China in den Schlagzeilen. Nun wird das Unternehmen, genauso wie ZTE, mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Die tschechische Republik möchte die Nutzung von Geräten der beiden Firmen bei kritischen Infrastrukturanbietern und Behörden verbieten.

Die USA hat ihrer Regierung bereits ein Verkaufsverbot von Huawei-Geräten ausgesprochen. Und auch Japan hat seinen Behörden den Kauf von Huawei- und ZTE-Geräten untersagt. Australien und Neuseeland haben ZTE und Huawei daran gehindert, ihre 5G-Netzwerke auszuliefern, da beide Länder beträchtliche Sicherheitsbedenken hegen.

Die tschechische Regierung hat Huawei- und ZTE-Gerätschaften zwar nicht verboten, aber die Warnung der tschechischen Agentur für nationale Cyber- und Informationssicherheit NCISA hat durchaus Auswirkungen auf einige Verträge im Land.

NCISA: Private Firmen zu Kooperation mit Geheimdiensten verpflichtet

Die NCISA spricht in ihrer Warnung von Sicherheitsbedrohungen durch Geräte der beiden Firmen, die hauptsächlich Chinas gesetzliches und politisches System für dort beheimatete Unternehmen betreffen: „Chinas Gesetz verlangt von privaten Firmen mit einem Standort in China unter anderem die Kooperation mit Geheimdiensten. Aus diesem Grund stellt die Einführung von primären Staatssystemen dieser Unternehmen eine Gefahr dar,“ so der NCISA-Direktor Dušan Navrátil. Darüber hinaus „verfolgt China aktiv seine Interessen in Tschechien, inklusive Einflussnahme und Spionage- bzw. Geheimdienst-Aktivitäten.“

Keine leere Warnung

Was aber hat eine solche Warnung wirklich für Folgen? Die tschechischen Cybersicherheits-Gesetze sehen vor, dass eine offizielle Warnung der NCISA Administratoren von kritischen infrastrukturellen und Schlüssel-Informationssystemen eine solche Bedrohung ernst nehmen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen implementieren müssen.

Wenn Admins nun also einen Lieferanten für IT- und Kommunikationssystem aussuchen, müssen sie die Warnung berücksichtigen und die damit verbundenen Anforderungen im Liefervertrag festhalten.

Huawei bestreitet Anschuldigungen

ZDNet hat sich in Bezug auf die Warnung der NCISA mit Huawei und ZET in Verbindung gesetzt. ZET hat sich nicht dazu geäußert. Huawei hat zumindest Reuters gegenüber eine Stellungnahme abgegeben: „Wir bestreiten jegliche Anschuldigung, dass wir eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen. Wir fordern NCISA dazu auf, Beweise zu erbringen anstatt Huaweis Reputation ohne jeglichen Beweis zu attackieren.“

Außerdem stritt der Huawei-Sprecher die Anschuldigung der NCISA ab, dass die chinesische Gesetzgebung das Schaffen von Hintertüren in ihren Produkten verlangen könnte: „Es gibt keine Gesetze oder Regulatorien in China, die Huawei – oder jedes andere Unternehmen – dazu zwingt, ‚Hintertüren‘ zu installieren. Huawei hat niemals eine solche Forderung von irgendeiner Regierung erhalten und wir würden einer derartigen Anfrage auch niemals zustimmen.“

Quelle: ZDNet.com; Foto: pixabay.com


Erstellt am:3. Januar 2019

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