Apple zu App-Entwicklern: Spionage-Code raus – oder du bist raus!

Apple schreitet nach dem Spionage-App-Skandal gegen den Missbrauch der Daten seiner User ein: Der Konzern verschickt E-Mails an App-Entwickler, in denen er zur sofortigen Löschung von Spionage-Code aufruft. Konkret geht es dabei um Tools, die Apps erlauben, die Interaktion der User mit ihrem iPhone aufzuzeichnen. Wird das Tool nicht eliminiert, fliegt die App aus dem Apple App-Store.

Nicht nur Medien und User auf der ganzen Welt hat der Glassbox-Skandal empört. Auch Apple lässt sich das User-Ausspionieren einiger Top-Apps nicht gefallen. So gab ein Apple-Sprecher in einem E-Mail bekannt, dass die Privatsphäre der User für Apple von höchster Wichtigkeit sei. Die Apple Store-Richtlinien sähen entsprechend vor, dass Apps die explizite Zustimmung der User benötigen, wenn User-Aktivitäten aufgezeichnet und geloggt werden.

Entwickler kontaktiert, die Privatsphäre-Regeln missachtet haben

„Wir haben jene Entwickler kontaktiert, welche diese strengen Privatsphäre-Richtlinien missachtet haben und werden, wo notwendig, sofortige Konsequenzen ziehen,“ so Apple. Diese Reaktion kommt in Folge einer Enthüllungsreportage von TechCrunch, wie bereits berichtet. Hierbei kam zu Tage, dass Unternehmen wie Expedia, Hollister und Hotels.com ein spezielles Analysetool nutzen. „Glassbox“ zeichnet jeden Tap und jeden Klick innerhalb der App auf.

Sensible Daten durch Apps geleakt

Keine der Apps holte hierfür das Einverständnis der User ein. Und auch in den Datenschutzbestimmungen der Apps war keine Rede von diesen Aufzeichnungen. Sensible persönliche Daten wurden sogar teilweise nicht geschwärzt. Kreditkarteninfos und Reisepassdaten wurden so geleakt.

Apps, die Nutzer-Daten ohne OK sammeln, verboten

Eigentlich ist Glassbox dazu bestimmt, dass Entwickler Fehler in ihren Apps ausmachen können. In Wirklichkeit beeinträchtigen die Apps die Privatsphäre der User massiv. Das passt Apple gar nicht. Und zwar generell nicht. Der Konzern verbietet ausdrücklich Apps, die User-Daten ohne Einverständnis der Nutzer sammeln.

Bereits am Donnerstag kamen TechCrunch erste Berichte zu Ohren, dass Apple Entwickler angeschrieben hat. Grund: Die Apps entsprechen nicht Apples Vorgaben. Einem Entwickler sagte Apple, jenen Code zu entfernen, welcher App-Aktivitäten aufzeichnet und verwies auf
die App Store-Richtlinien.

Löschen binnen weniger 24 Stunden

Apple räumte dem Entwickler weniger als einen Tag Zeit ein, den Code zu entfernen. Ansonsten drohte das E-Mail mit der Entfernung der App aus dem Apple App Store.

Auf das Löschen von Apps angesprochen, gab Glassbox an: „Die Kommunikation mit Apple läuft über unsere Kunden.“

Wie sieht es bei Google & Android aus?

Glassbox ist auch für Android-App-Entwickler verfügbar. Google hat sich bis dato nicht dazu geäußert, ob es den Code ebenfalls verbieten wird. Aber auch der Google Play Store verbiete ausdrücklich Apps, die heimlich Gerätedaten sammeln. Die User dürfen nicht belogen werden.

Momentan hat Apple in Sachen Datenschutz und Privatsphäre keinen guten Lauf. Erst letzte Woche eliminierte der Konzern die „Facebook Research“-App, die u. a. Teenager für das Verkaufen ihrer Daten bezahlte.

Quelle: techcrunch.com; Foto: pixabay.com

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Apple zu App-Entwicklern: Spionage-Code raus – oder du bist raus!
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Apple schreitet nach dem Spionage-App-Skandal gegen den Missbrauch der Daten seiner User ein: Der Konzern verschickt E-Mails an App-Entwickler, in denen er zur sofortigen Löschung von Spionage-Code aufruft. Konkret geht es dabei um Tools, die Apps erlauben, die Interaktion der User mit ihrem iPhone aufzuzeichnen. Wird das Tool nicht eliminiert, fliegt die App aus dem Apple App-Store.
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