Jemand muss es ja machen: Die deutsche Fluggastdatenüberwachung hat Jobs zu vergeben

Die EU hat sich in punkto Überwachung so einiges vorgenommen und die einzelnen Regierungen kommen mit der Umsetzung teilweise kaum noch nach. So auch bei der leidigen Fluggastdatenverarbeitung, die ja vor allem aus Sicherheitsgründen ins Leben gerufen wurde. Von den 500 zu vergebenden Stellen sind etwa 170 besetzt. Das bedeutet, dass noch ca. 230 Jobs zu haben sind und außerdem könnte es ein Hinweis darauf sein, dass diese Jobs niemand haben will. Aber, hey, einer muss es wohl machen. Worum geht es dabei eigentlich?

Fluggäste sollen einfach ein bisschen genauer überprüft werden. Sollte sich jemand als verdächtig erweisen, wird dann eben etwas genauer hingesehen. Eine mögliche Konsequenz könnte dann auch eine Festnahme mit sich bringen. In den meisten Fällen wird es wohl bei einer Kontrolle bleiben.

Check this out, please

Reiseanbieter, Fluglinien etc. müssen die Daten von jedem Flugreisenden in ein System einpflegen. Und Pessenger Name Records (PNR) wird fleißig gefüttert. Dann hat die Fluggastdatenzentrale genug Stoff zum Speichern, Analysieren und Auswerten. Dabei geht es um ganz harmlose Daten wie Namen, Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Sitzplatz, Fluglinie. Das sind in der heutigen digitalen Zeit des permanenten Datenhungers doch Basisinformationen.

Safety first

Und genau diese Daten können ganz schön hilfreich sein, wenn damit zum Beispiel wirklich ein Verbrechen verhindert werden kann. Zu diesem Zweck gibt es eine EU-Richtlinie zur Verwendung von Fluggastdaten. Das BVA (Bundesverwaltungsamt) hat deshalb ein Informationssystem generiert. Damit sind momentan etwa 20 Fluglinien verbunden. Einige noch in der Testphase. Diese Daten laufen dann über ein Informationssystem des BKA.

It’s a match

Im BKA gibt es eine Fluggastdatenzentralstelle (PIU oder Pessenger Information Unit), die die Daten auswertet und analysiert. Und wenn das System Alarm schlägt? Wenn die eingehenden Daten sozusagen verdächtig erscheinen, wird weiter geforscht. Es folgt ein möglicher Zugriff, der stets manuell zu erfolgen hat, auf weitere Datenbanken, die dann darüber Aufschluss geben, ob tatsächlich Gefahr im Verzug ist oder nicht.

Wo gehen all die Daten hin?

Datenschützer und Kritiker sehen in dieser Vorgangsweise einen sinnlosen Zugriff auf meistens unauffällige Personen und Daten. Vor allem die Speicherung der gesammelten Daten macht den Gegnern Sorgen. Und während sich kritische Stimmen gegen die Fluggastdatenüberwachung äußern, überlegt sich die EU-Kommission bereits die analoge Anwendung in anderen Bereichen. Es bleibt also spannend.

Fazit

Wenn du wirklich nicht willst, dass jemand deine Daten speichert und analysiert, einfach in kein Flugzeug steigen oder hoffen, dass die Fluggastdatenüberwachungsjobs weiterhin so  unbeliebt sind, dass sie keine Besetzung finden.  Im Ernst jetzt. Die Überwachung gehört zu unserem Alltag und du kannst ihr ohnehin nicht zu 100% entkommen. Auf die eine oder andere Flugreise kommt es da auch nicht mehr darauf an. Wenn du mehr für deine Sicherheit und deine Privatsphäre machen willst, fange an Spuren zu löschen, die es über dich im Netz gibt, poste weniger private Details auf Facebook und Co und denke über Anonymisierung mit VPN nach. Schütze deine Daten!

Quelle: https://netzpolitik.org; Foto: pixabay.com


Erstellt am: 2. Mai 2019

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