Social Media: So enthüllst du ganz nebenbei & unfreiwillig deine Identität

Ein Foto dort, ein Posting da und gleich noch ein Like: Wir sind auf Social Media meist recht unbedacht unterwegs und vergessen gerne darauf, wer unsere Inhalte sehen kann. Natürlich kann ein Pseudonym dich etwas schützen. Es gibt aber leider noch einige andere Wege, wie du ungewollt deine wahre Identität enthüllen kannst. Wir sagen dir, welche das sind – zum Wohle deiner Privatsphäre.

QR-Codes beinhalten jede Menge Infos

Es ist immer sehr verführerisch, deinen Followern zu zeigen, dass du gerade auf dem Weg in einen supertollen Urlaub bist oder dir den neuesten Kinofilm ansiehst. Wenn du hierfür aber QR-Codes verwendest – beispielsweise auf Kino- oder Flugtickets – birgt diese Info ein Risiko. Der QR-Code könnte zumindest deine Mitgliedsnummer bzw. die Nummer deiner Vielfliegerkarte oder gar deinen Namen beinhalten. Und damit hat ein Cyberkrimineller schon wieder einige Möglichkeiten, deine Daten zu missbrauchen. Beispielsweise, um Kinokarten auf deine Kosten zu kaufen oder deinen Flug umzubuchen …

Metadaten in Bildern sind verräterisch

Viele Kameras und Smartphones sammeln bei Fotos Metadaten mit. Diese Metadaten können den Zeitpunkt des Fotos, Infos über deine Kamera und höchstwahrscheinlich auch sensible Infos wie GPS-Koordinaten oder Usernahmen beinhalten. Einige soziale Netzwerke entfernen diese Metadaten aus Fotos, bevor diese veröffentlicht werden. Aber sie sammeln und speichern die Infos trotzdem für sich selbst. Was dann damit machen? Kein Kommentar … Daten sind schließlich wertvoll, wie wir wissen. Andere Dienste entfernen die Metadaten überhaupt nicht. Es ist also am besten, du löschst deine Metadaten immer selbst!

Wobei: Einige Metadaten sind leider gar nicht so einfach zu löschen. Ein Foto von dir vor Big Ben verrät beispielsweise natürlich immer, dass du momentan in London bist. Besser du wartest mit dem Posten, bis du wieder zuhause bist, um nicht gar etwaige Einbrecher in deine leere Wohnung zu locken … Schau genau, bei den Bildern, die du postest. Es könnte auch nur ein einfaches Straßenschild o. ä. deinen momentanen Standort verraten.

Deine IP-Adresse sagt, wer du bist

Wenn du kein VPN nutzt, sieht jede von dir besuchte Seite deine IP-Adresse. Jemand, der deine IP-Adresse und deinen Standort wissen möchte, muss dich nur auf eine Webseite locken, die ihm gehört. Beispielsweise, indem er auf einen deiner aktuellen Posts auf Facebook o. ä, antwortet und die Anfrage dann weiterleitet.

Es ist ganz unkompliziert, Datenverkehr unbemerkt umzuleiten. Beispielsweise indem man einen Kurz-URL-Dienst nutzt. Ein derart verkürzter Link kann dich zu Dritten führen, bevor du auf die gewünschte Seite geleitet wirst. Und es gibt leider auch keinerlei sichtbare Spuren, dass deine Informationen mittendrin abgesaugt wurden.

In einigen Ländern, wie beispielsweise in den USA, ist es sogar noch einfacher, an Internetnutzungs-Daten zu kommen. ISPs verkaufen deine Daten ungemein gerne an jeden, der fragt. Es können also alle Seiten, die du besucht hast, günstig deinen Namen und deine Adresse herausfinden.

Deine Sprache & dein Schreibstil geben klare Hinweise

Anonym zu bloggen ist ziemlich schwierig. Dafür müsstest deine Sprache und deinen Schreibstil drastisch verändern. Jeder hat Lieblingswörter, die er viel öfter nutzt, als andere. Du sicherlich auch, wenn du genau nachdenkst. Es gibt sogar eine eigene Wissenschaft dafür, die Stilometrie. Je einfacher der Schreibstil, desto leichter findet man heraus, wer der Autor eines Schriftstücks ist. Es ist sogar möglich, mit dem Computer automatisch Essays, E-Mails oder Blog-Beiträge zu analysieren und sie dem Stil eines Social Media-Accounts zuzuordnen.

Du siehst, es gibt tatsächlich viele Möglichkeiten, wie soziale Netzwerke deine Identität preisgeben können. Deswegen: Denke immer zwei Mal nach, bevor du etwas postest. Besonders dann, wenn es obendrein um Metadaten, Informationen im Hintergrund von Videos und Fotos sowie QR- und Barcodes geht. Und natürlich hilft auch ein VPN ungemein!

Quelle: NordVPN; Foto: pixabay.com


Erstellt am:18. Januar 2019

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