Europa als Datenschutz-Mentor: Gesichtserkennung soll sicherer werden

Wenn es um künstliche Intelligenz geht, ist Microsoft ganz vorn mit dabei. Der Präsident des Unternehmens, Brad Smith, sprach nun während des Facing AI-Kongresses in Berlin überraschend klare Worte. Es gibt nämlich nicht nur positive Argumente für Video-Überwachung & Co. Nanu? Hat da etwa jemand „1984“ von George Orwell gelesen oder Minority Report gesehen?

Überwachung – vorgestern gefürchtet, heute toleriert, morgen geliebt?

Unternehmen wir einen kleinen Exkurs in die Vergangenheit, können wir eine extreme Wandlung und gewisse kollektive Meinungsänderung beobachten. Manch ein Großvater hat zum Thema Überwachung spannende Geschichten zu erzählen. Diese handeln von Spionage, von verwanzten Wohnzimmern und dem Lauscher an der Wand. Andere waren und sind mit dem Thema durch die rasante Entwicklung des Internets konfrontiert. Diese Generation lädt Fotos in sozialen Netzwerken hoch und zeigt freiwillig Gesicht. Aber sie fragt nach und fühlt sich sicher. VPN & Co kosten wenig bis nichts und bieten die Chance auf Selbstbestimmung.

Wie wichtig ist dir Privatsphäre?

Wir alle lieben doch den Fortschritt. Wo er Einzug hält, werden fröhlich Pokemons gejagt, iPhones ganz ohne Tipperei mittels Gesichtserkennung entblockt und eine ordentliche Portion Komfort in vielerlei Hinsicht genossen. Die VR-Brille steht längst auf dem Wunschzettel und der Arbeitsmarkt wird langsam, aber stetig revolutioniert. Geld wird bald aus dem Bankomaten gezogen, der seine Kunden am Antlitz erkennt. Längst starrt uns aus beinahe jeder Ecke des öffentlichen Raums eine Kamera an und die meisten nehmen es nur wahr, wenn berichtet wird: Ein entführtes Kind wurde aufgefunden oder ein mutmaßlicher Terrorist dingfest gemacht. Wer sollte also etwas dagegen haben?

Und wer überwacht die Wächter?

Genau das ist eine der drängendsten Frage zum Thema künstliche Intelligenz. Innovationen bringen immer neue Zweifel, Probleme und Nachteile mit sich. Die Frage nach dem Datenschutz bei der Anwendung der Gesichtserkennung zu klären, ist auch eine ethische Angelegenheit. Wenn ununterbrochen und überall unsere Gesichter gefilmt werden, wo bleibt denn die viel gelobte Privatsphäre? Der Microsoft-Präsident höchstpersönlich mahnt dazu, diesen Bereich schnellstens zu regulieren. In Sachen Datenschutzgrundverordnung ist die EU der Musterschüler. Deshalb liegt es nahe, die DSGVO-Schöpfer auch hier in die Verantwortung zu nehmen. Die Totalüberwachung muss auf gesetzliche Füße gestellt werden, warnt Smith.

Die Quadratur des Kreises?

Ziel der KI sollte nicht sein, dass menschliche Aufgaben von Maschinen übernommen werden. Vielmehr sollten sie den Menschen unterstützen. Dass die heutigen Kinder wohl in Jobs arbeiten werden, die es momentan noch gar nicht gibt, sollte nicht beängstigend, sondern erfreulich sein. Grundsätze wie Transparenz und Ethik müssen stets eingehalten werden und im Endeffekt ist der emotionalen Intelligenz, also dem lebenden Menschen, das letzte Wort einzuräumen. Das offene Gespräch ist ein gutes Zeichen, dass diese Ziele erreichbar sind. Unternehmen, welche die künstlichen Technologien nutzen, werden zur kritischen Prüfung durch unabhängige Institute aufgerufen. Gehandelt werden muss jedoch sofort und in aller Konsequenz, damit der Orwell-Roman nicht zur Realität wird und unser nächster Boss nicht R2-D2 oder C-3PO heißt.

Quelle: heise.de; Foto: pixabay.com

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Europa als Datenschutz-Mentor: Gesichtserkennung soll sicherer werden
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Europa als Datenschutz-Mentor: Gesichtserkennung soll sicherer werden
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Wenn es um künstliche Intelligenz geht, ist Microsoft ganz vorn mit dabei. Der Präsident des Unternehmens, Brad Smith, sprach nun während des Facing AI-Kongresses in Berlin überraschend klare Worte. Es gibt nämlich nicht nur positive Argumente für Video-Überwachung & Co. Nanu? Hat da etwa jemand „1984“ von George Orwell gelesen oder Minority Report gesehen?
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