Facebook-Überwachung: Wer motzt, fliegt!

Eine Facebook-Sperre wird nun systematisch gegen jeden User verhängt, der die Regeln bricht. Dazu ist es noch nicht einmal notwendig, dass der Nutzer gegen geltendes Recht verstößt, denn Facebook hat sich zu einem Imperium gemausert, in dem scheinbar eigene Gesetze herrschen. Die zunehmende Überwachung sorgt für Kopfschütteln und ein dickes Dislike.

Die freie Meinungsäußerung ist in deinem Land leider nicht verfügbar

Mark, was denkst du dir nur dabei? Verständlich ist, dass deine von uns so heiß geliebte „Fratzenfibel“ (ganz lieb gemeint!) nicht als Plattform für wüste Beschimpfungen oder gar strafrechtlich relevante Inhalte dienen darf. Aber darf es wirklich so weit gehen, dass jeder unter Beschuss gerät, der mehr postet als sein Mittagessen oder ein Selfie vom letzten Besuch im Fitness-Studio? Uns beschleicht zunehmend das Gefühl, dass jegliche Kritik im wahrsten Sinne des Wortes ausgelöscht wird. Wir erfahren, dass Leute wegen eines Posts an der Pinnwand mit dem Inhalt „F**ck you, Facebook“ von deinen Sicherheitsleuten richtig Ärger bekommen. Wunderst du dich nicht, dass wir in Scharen zur russischen Facebook-Alternative VK flüchten?

Meinungsverbrecher landen auf der Bolo-Liste

„Be on lookout“, so heißt die interne Beobachtungsliste, auf der Lästermäuler, Hetzer und Mobber landen. Eine Sicherheitsabteilung kümmert sich um Mark Zuckerbergs Seelenfrieden. Besitzer einer unliebsamen Meinung können sich folglich auf der ominösen Liste wähnen. Spionage statt Spaß und Vernetzung, was kommt als nächstes? Werden wir über unser Smartphone geortet und von der Facebook-Security abgeholt, wenn sich Herr Zuckerberg gekränkt oder bedroht fühlt? So ist es Usern tatsächlich schon ergangen und niemand von uns möchte der oder die Nächste sein. Wer legt fest, wann sich jemand noch im Rahmen des Erlaubten bewegt und wo der Spaß aufhört? In den heiligen Facebook-Hallen sind es wohl Herr Zuckerberg höchstpersönlich und seine Meinungs-Sheriffs.

Gefällt uns nicht: Ist das der Anfang vom Ende der Privatsphäre?

Natürlich wissen wir, worauf wir uns einlassen, wenn wir bei Facebook mitmachen. Unsere Profildaten geben wir genauso preis wie unsere gelungensten Fotos. Gern darf die Welt sehen, wie niedlich unsere Katze ist oder dass wir manchmal einfach hinreißend aussehen. Ausnahmsweise bleibt das VPN aus, wenn wir unsere schönsten Momente mit unseren Freunden teilen. Wenn wir aber das Gefühl bekommen, dass wir vorverurteilt werden und jede „falsche“ Meinung abgestraft wird, macht es einfach keinen Spaß mehr.

Angst, Harmoniesucht oder doch etwas ganz Anderes?

Wenn die totale Überwachung unter dem Deckmäntelchen des Selbstschutzes daherkommt, grenzt das schon ein wenig an Paranoia. Wohlgemerkt, wir reden von Mark Zuckerberg, einem Mann mit unglaublichem Erfolg, einer einst wunderbaren Vision, jährlich neuen Zielen und einem unfassbar hohen Stundenlohn. Da passt doch etwas nicht. Behandelt man so wirklich seine Gäste?

Quelle: golem.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:27. Februar 2019

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