Datensauger Facebook beugt sich dem Druck der EU und ändert seine Nutzungsbedingungen – was bringt das dir als User?

Zugegeben, die Sache mit Facebook und dem mangelnden Datenschutz hat schon einen wirklich langen Bart. Das Thema wurde in den Medien so häufig durchgekocht und durchgekaut, dass es beinahe ungenießbar geworden ist. Nun scheint sich jedenfalls doch endlich etwas zu tun am Social Media Himmel. Die EU hat wohl ordentlich Druck gemacht. Ob es Facebook gelingen wird, seinen miesen Ruf in Sachen Datenschutz & Privatsphäre wieder aufzupolieren, nachdem es sich jahrelang so massiv darum bemüht hat, ihn zu ruinieren?

Zahlreiche Verbraucherverbände und die EU haben es geschafft, dass man in Menlo Park über eine Erneuerung der Nutzungsbedingungen nachdenkt. Wie soll das Resultat dieser Reflektion aussehen?

Eine klare Sprache soll unverständliches Juristenvokabular ablösen

Nutzungsbedingungen werden meistens einfach akzeptiert, weil wir ein Produkt im Normalfall sonst nicht nützen können und weil wir den Inhalt meistens nicht zur Gänze verstehen. Genau davon profitieren Internetkonzerne. Das soll bei Facebook nun anders werden. Man möchte durch eine klare Sprache gewährleisten, dass jeder User versteht wozu er sein Ok gibt. Also mehr Transparenz auf allen Ebenen.

Wozu werden deine Daten verwendet?

Auch auf diese Frage soll in den neuen Nutzungsbedingungen so eingegangen werden, dass sie ausreichend beantwortet wird. Demzufolge sollten wir dann genau wissen zu welchen Werbezwecken unsere Daten verarbeitet werden. Welche Dienste verkauft Facebook an Dritte?Auch darüber sollten dann alle User ausreichend informiert sein.

Wie verdient der Konzern seine Brötchen?

Die Rechte der EU-Verbraucher sollen eben nicht mehr egal sein. Die Verbraucherbehörden und die EU-Kommission haben Facebook im Visier. Diesbezüglich hat man Facebook auch zu mehr Transparenz bei den Einnahmen aufgefordert. Schließlich verdient man mit den Userdaten eine Menge Geld. Und zwar so viel, dass man auch Milliarden an „Trinkgeld“ für etwaige Strafen wegen unzureichendem Datenschutz zur Verfügung hätte. Die User haben also ein Recht darauf zu erfahren welche Einnahmen aus den Userdaten erzielt werden und wie die Milliarden-Werbemaschinerie genau abläuft. Kommerzielle Werbung spielt Facebook Milliarden ein und die meisten wissen nicht einmal über die Mechanismen Bescheid, die diesem Modell zugrunde liegen.

Es bleibt spannend

Bis Ende Juli 2019 hat der Konzern Facebook Zeit zu zeigen, dass er wirklich ernst machen wird. Sollte es nicht zu den neuen Nutzungsbedingungen und mehr Transparenz für die User kommen, wird unter Umständen mit Sanktionen zu rechnen sein. Aber keine Sorge! Es trifft ja keinen Armen.

Fazit

Internetkonzerne wie Facebook, die ihr Imperium darauf aufgebaut haben, Usern die Daten aus der Tasche zu ziehen, sehen wohl langsam ihre Felle davonschwimmen. Man gibt sich geläutert und zeigt den Willen zur Besserung. Aber jetzt einmal ganz ehrlich! Wäre der richtige Umgang mit Userdaten bereits vorher wichtig gewesen, hätte man bei all dem Geld doch schon längst eine adäquate und userfreundliche Regelung umsetzen können. Mehr Transparenz und eine klarere Sprache in den Nutzungsbedingungen werden hoffentlich dazu beitragen, dass wir endlich verstehen, dass unsere Daten kollektiv betrachtet Milliarden wert sind. Wenn du deine Daten großzügig auf Facebook preisgibst, denke bitte daran, dass dieser Konzern seine Existenz auf unserem naiven Umgang mit privaten Informationen aufgebaut hat. Und damit werden Milliarden verdient. Schütze deine Daten!

Quelle: https://www.zdnet.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am: 19. April 2019

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