Du hast einen DIY DNA-Test gemacht? Das FBI hätte zu gerne deine Daten! Natürlich nur für die Verbrechens-Aufklärung …

DNA-Tests, die man ganz gemütlich zuhause durchführen kann, werden immer beliebter. Die dabei eingereichten Daten sind aber nicht nur für dich selbst im Rahmen deiner privaten Ahnungsforschung interessant: Auch Behörden nutzen die oft riesigen DNA-Pools der entsprechenden Firmen gerne. Der US-Anbieter FamilyTreeDNA versucht nun, seine Nutzer davon zu überzeugen, ihre DNA-Profile freiwillig dem FBI zu überlassen. Dass bei einer solchen Freigabe aber natürlich auch Familienmitglieder betroffen sind, ist beiden Parteien herzlich egal!

Für das Ansinnen freiwilliger DNA-„Spenden“ hat FamilyTreeDNA jetzt einen Werbefeldzug gestartet. Hier kannst du dir den TV-Spot ansehen. Darin werden Nutzer aller DNA-Test- und Familien Tracking Dienste aufgefordert, ihre Profile und eine Kopie ihres Datensatzes bei FamilyTreeDNA upzuloaden. Warum das? Darauf hat der Werbespot eine griffige Antwort: Man würde damit den unglückseligen Familien von Mordopfern helfen, die auf einen Verdächtigen oder auf eine Verhaftung warten. Denn: „Wenn Sie einer der Millionen von Menschen sind, die zu Hause einen DNA-Test durchgeführt haben, könnte Ihre Hilfe zum fehlenden Bindeglied führen.“ Dem wird noch hinzugefügt, dass der Betroffene nichts kaufen müsse, sondern nur teilnehmen.

Unternehmen nutzt menschlichen Drang nach Wissen über Herkunft aus

FamilyTreeDNA ist kein Unbekannter. Wie im Jänner berichtet, deckte Buzzfeed auf, dass das Unternehmen dem FBI während laufenden Ermittlungen freiwillig Zugang zu seinen Datenbanken gibt. Über diese Zusammenarbeit wurden die Kunden aber nicht informiert. FamilyTreeDNA nutzt ganz schamlos den Drang der Menschen aus, mehr über ihre Herkunft, ihren Stammbaum wissen zu wollen. Um dieses Wissen zu erlangen, händigen sie aber sehr persönliche Daten an Dritte aus.

Wieso sind Strafverfolgungsbehörden so interessiert am Zugang zu DNA-Diensten?

In der Vergangenheit konnten bereits einige Cold Cases und andere Verbrechen durch DNA-Identifikation aufgeklärt bzw. handfeste Beweise erbracht werden, die Verdächtige mit Kriminalfällen in Verbindung brachten. Ein bekanntes Beispiel für einen derartigen Cold Case, der durch DNA gelöst werden konnte, ist jener des Mörders Michael Soares. Er konnte durch ein DNA-Profil überführt werden, das ein Cousin 2. Grades bei einer DNA-Testfirma einreichte.

Enorme Gefahr für unserer Privatsphäre & Sicherheit

Natürlich sind solche Erfolgsgeschichten des DNA-Matchings in Kriminalfällen toll. Aber die Zusammenarbeit großer DNA-Testfirmen und Strafbehörden birgt enorm viele Gefahren für unsere Privatsphäre und Sicherheit!

Abmeldung von Matchings mit „vorbehafteten“ Verwandten möglich?

FamilyTree sagt, dass das FBI nur in einzelnen Fällen Zugriff auf Daten hätte. Das FBI könnte auch ganz einfach durch das Anlegen eines Accounts Einsicht erlangen, so wie jeder andere auch. Damit würde die Privatsphäre der User nicht beeinträchtig, so das Unternehmen. Außerdem hätten User die Möglichkeit der Abmeldung von DNA-Matchings mit Verwandten, deren Accounts insofern gekennzeichnet sind, dass sie evtl. mit einem Verbrechen in Zusammenhang stehen. Wir als EU-User sind dank der DSGVO gottseidank automatisch deaktiviert.

Deine Familie wird nicht nach ihrem Einverständnis gefragt!

FamilyTree mag salbungsvoll über seinen wertvollen Beitrag zur Verbrechensaufklärung via Genetik schwadronieren. Aber: Sobald du einer derartigen Firma dein Profil überlässt, involvierst du nicht nur dich selbst, sondern deinen gesamten Stammbaum bzw. deine ganze Familie! Nicht nur dein Einverständnis sollte zählen – sondern auch das deiner Mutter, deiner Schwester, deines Onkels … Aber all diese mit dir bzw. deiner DNA verbundenen Menschen werden von FamilyTree nicht gefragt. Detail am Rande: Natürlich schlägt FamilyTree aus der ganzen Sache Profit. Ist ja schließlich auch nur ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen …

Gehe deinem Familien-Stammbaum lieber anders nach

Wer weiß, wohin derartige DNA-Kooperationen in Zukunft führen könnten. Zur Regierung? Als fixer Nachweis deiner Identität? Zu einer ganz normalen Sache? Wir sagen: Nicht mit uns! Denke lieber zwei Mal darüber nach, deine DNA herzugeben. Auch wenn das Ganze interessant klingt. Geh deinen Wurzeln lieber anders auf den Grund. Wenn du unbedingt einen Test machen möchtest, dann beachte zumindest diese 6 Tipps und mache dich schlau, auf was du dich wirklich einlässt!

Quelle: ZDNet.com; Foto: pixabay.com

Zusammenfassung
Du hast einen DIY DNA-Test gemacht? Das FBI hätte zu gerne deine Daten! Natürlich nur  für die Verbrechens-Aufklärung ...
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Du hast einen DIY DNA-Test gemacht? Das FBI hätte zu gerne deine Daten! Natürlich nur für die Verbrechens-Aufklärung ...
Beschreibung
DNA-Tests, die man ganz gemütlich zuhause durchführen kann, werden immer beliebter. Die dabei eingereichten Daten sind aber nicht nur für dich selbst im Rahmen deiner privaten Ahnungsforschung interessant: Auch Behörden nutzen die oft riesigen DNA-Pools der entsprechenden Firmen gerne. Der US-Anbieter FamilyTreeDNA versucht nun, seine Nutzer davon zu überzeugen, ihre DNA-Profile freiwillig dem FBI zu überlassen. Dass bei einer solchen Freigabe aber natürlich auch Familienmitglieder betroffen sind, ist beiden Parteien herzlich egal!
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Erstellt am:18. April 2019

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