Vorbereitung auf Quantencomputer: Österreichischer Verschlüsselungs-Algorithmus hat die Nase vorn

Noch ist er Zukunftsmusik. Aber sollte der Quantencomputer tatsächlich Wirklichkeit werden, haben die heutigen Verschlüsselungstechniken kaum mehr eine Chance. Deswegen arbeiten Wissenschaftler auf der ganzen Welt emsig an neuen Lösungen. Beim internationalen CAESAR-Wettbewerb wurde nun der österreichische ASCON-Algorithmus als „erste Wahl“ zum Sieger gekürt. Er eignet sich besonders für dein Einsatz bei „smarten“ Geräten.

Mit ASCON setzt das Team der Grazer Technischen Universität erste Schritte in Richtung Quantencomputer-Zeitalter. Denn ASCON hat bereits einiges mehr drauf, als herkömmliche Algorithmen in der Verschlüsselung. Denn er verschlüsselt nicht nur. Sondern übernimmt auch gleich die Echtheitsprüfung. Ratzfatz, in einem Aufwisch. Somit kann eine verschlüsselte Nachricht nicht nur nicht gelesen, sondern auch nicht manipuliert werden. Nicht ganz unwesentlich. Das 2 in 1-System ist völlig neu.

ASCON schlägt 56 weitere Einreichungen

Diese praktische Novität hat auch die Experten-Jury des CAESAR-Wettbewerbs überzeugt. Aus den 57 Einreichungen schafften es 6 ins Finale. ASCON ging letztendlich dann als Sieger hervor. Nächster Schritt des erfolgreichen Wissenschaftler-Teams ist der „Lightweight Cryptography Standardization Process“ des amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST).

Fünf Jahre lang getestet

Hinter der Realisierung eines solchen Algorithmus steckt sehr viel Arbeit. Dieser wird nicht einfach mal schnell von jemand Genialem erfunden. Im Gegenteil: Ganze fünf Jahre lang haben die Wissenschaftler daran getüftelt. 2014 wurde mit den Arbeiten an ASCON gestartet. Die intensiven Bemühungen haben nun ihre ersten Früchte getragen.

Quantencomputer mischen die Verschlüsselungs-Karten neu

Spannend werden auch die nächsten Jahre beim Thema Verschlüsselung: Denn sobald es tatsächlich Quantencomputer gibt, werden die meisten heutigen Verfahren ganz leicht zu knacken sein. Aber auch hier haben die Wissenschaftler bereits Ideen: Picnic und SPHINCs+ der TU Graz sind momentan bei „Post-Quantum Cryptography“ eingereicht, ein Projekt vom NIST.

Aber alles zu seiner Zeit. Vielleicht ist ASCON ja schon bald Bestandteil in deinem Smart Home. Wer weiß? Alles, was unsere Daten und unsere Privatsphäre intensiver schützt, heißen wir natürlich herzlich willkommen!

Quelle: standard.at; Foto: pixabay.com


Erstellt am: 1. März 2019

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