NIST-Wettbewerb: Sichert die Post-Quanten-Kryptographie die Verschlüsselung der Zukunft?

Quantencomputer gelten als die nächste bahnbrechende Technologie-Innovation. Sollten die Super-Computer tatsächlich erfolgreich realisiert werden, kommt es aber zu einem Sicherheitsproblem: Quantencomputer könnten sämtliche gängige Verschlüsselungssysteme knacken. Es müssen also neue Methoden her. Um diese sogenannte Post-Quanten-Kryptographie zu finden, gibt es einen eigenen Wettbewerb der amerikanischen Standardisierungsbehörde NIST. Dieser ging nach einer Vorauswahl jetzt in die 2. Runde.

Hat Datenverschlüsselung eine Zukunft? Hoffentlich! Allerdings wird es mit dem Einzug von Quantencomputer schwierig. Denn Verfahren wie der Schlüsselaustauschalgorithmen mit elliptischen Kurven oder RSA bereiten diesen Supercomputern keinerlei Probleme. Es braucht die sogenannte Post-Quantum-Kryptografie: „Post-Quantum-Kryptografie sind neue Verfahren, die aber immer noch auf klassischen Computern funktionieren. Das heißt: Für Post-Quantum-Kryptografie brauche ich keinen Quanten-Computer. Es sind einfach Verfahren, von denen wir heutzutage davon ausgehen, dass sie von Quantencomputern nicht angegriffen werden können“, so Thomas Pöppelmann vom Krypto-Chip-Produzent Infineon.

Erste Vorauswahl getroffen

Damit uns die Kryptografie tatsächlich effizient erhalten bleibt, tüfteln Sicherheitsforscher emsig an entsprechenden neuen Verfahren. Nun hat das amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) erste Post-Quanten-Kryptographie-Lösungen ausgewählt, die zukünftig die Public-Key-Algorithmen ersetzen sollen.

Sinnvolle Prüfung erst jetzt möglich

69 Vorschläge hat das NIST im Rahmen seines Wettbewerbs erhalten. Übrig geblieben sind 17 Verschlüsselungsalgorithmen und 9 Signaturverfahren. Sie haben nun quasi das Zertifikat, eventuell zukunftstauglich zu sein. Mit dieser Auswahl werden sich die Experten nun intensiver beschäftigen. Die zuvor doch recht ansehnliche Anzahl hatte im Vorfeld bereits Kritiker auf den Plan gerufen. Es seien zu viele Vorschläge, um diese wirklich sinnvoll zu prüfen.

Wird es den Supercomputer schon in 5 Jahren geben …

An der Verschlüsselung der Zukunft wird also fleißig gearbeitet. Aber wie sieht es tatsächlich mit den Computern der Zukunft aus? Hier gibt es verschiedene Meinungen. Einige Forscher meinen, in 5 Jahren bereits so weit zu sein – so beispielsweise auch Michael Osborne vom IBM-Forschungslabor Zürich: „Vor fünf Jahren hätte niemand erwartet, dass wir heute einen 50-Qbit-Computer im Labor haben. Und wenn wir jetzt fünf Jahre in die Zukunft schauen, dann sehen wir zwar viele technische Herausforderungen. Aber es besteht die große Chance, dass entsprechende Durchbrüche zu einer Maschine führen werden, die stark genug ist, um für heutige Verschlüsselungsverfahren zum Problem zu werden.“

… oder bleibt er Fiktion?

IBM-Forschungschef Arvind Krishna sprach in der Vergangenheit überhaupt von einem Code-knackenden Quantencomputer in den nächsten 5 Jahren. Andere wiederum prognostizieren eher 10 Jahre oder halten Quantencomputer überhaupt für reine Fiktion.

Aber was ist schon Fiktion? Dinge, die unsere Großeltern sicherlich noch absolut unglaublich gehalten hätten, sind heute für uns Alltag. Also ist wahrscheinlich auch der Quantencomputer keineswegs Traumtänzerei. Reden wir in 5 bis 10 Jahren weiter. Bis dahin haben die klugen Köpfe unserer Welt hoffentlich auch das Verschlüsselungsproblem gelöst.

Quelle: golem.de, deutschlandfunk.de; Foto: pixabay.com

Zusammenfassung
NIST-Wettbewerb: Sichert die Post-Quanten-Kryptographie die Verschlüsselung der Zukunft?
Artikel Name
NIST-Wettbewerb: Sichert die Post-Quanten-Kryptographie die Verschlüsselung der Zukunft?
Beschreibung
Quantencomputer gelten als die nächste bahnbrechende Technologie-Innovation. Sollten die Super-Computer tatsächlich erfolgreich realisiert werden, kommt es aber zu einem Sicherheitsproblem: Quantencomputer könnten sämtliche gängige Verschlüsselungssysteme knacken. Es müssen also neue Methoden her. Um diese sogenannte Post-Quanten-Kryptographie zu finden, gibt es einen eigenen Wettbewerb der amerikanischen Standardisierungsbehörde NIST. Dieser ging nach einer Vorauswahl jetzt in die 2. Runde.
Author
Veröffentlicher
vpn-blog.de
Logo

Erstellt am:2. Februar 2019

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Allgemein
Immer mehr Zuschauer bevorzugen Netflix

Immer mehr Zuschauer bevorzugen Netflix

Die angesagte Marke, das Seherlebnis und die ausgezeichnete Qualität von Netflix sind sehr attraktiv für junge deutsche Zuschauer.  Für klassische TV-Sender ist das aber keine gute Nachricht! Heute entfällt nur etwa 50 % der Fernsehzeit auf das klassische Fernsehen, so die aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mittlerweile hat Netflix den ersten Platz in Bezug auf die Anzahl der Aufrufe eingenommen. Bei den 16- bis 29-Jährigen führt das Unternehmen mit einem Anteil von knapp 30 ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
PIA: “Wir beenden unsere Aktivitäten in Russland”

PIA: “Wir beenden unsere Aktivitäten in Russland”

Auf der offiziellen Website des amerikanischen VPN-Anbieters PIA (Private Internet Access) wurde eine Nachricht veröffentlicht, dass dieser seine Aktivitäten in Russland beendet. "Die russische Regierung hat ein neues Gesetz erlassen, das die Anbieter verpflichtet, den gesamten russischen Internetverkehr für bis zu einem Jahr zu speichern. Wir glauben, dass aufgrund des Drucks der Behörden, die dieses neue Gesetz umgeben, einige unserer russischen Server kürzlich von den russischen Behörden ohne Warnungen beschlagnahmt wurden", so die offizielle Mitteilung. Der Anbieter berichtet auch, dass ...
Weiterlesen …
/ / Facebook, Leaks
Facebook Leak: Telefonnummern von 420 Mio. Nutzern im Netz frei zugänglich!

Facebook Leak: Telefonnummern von 420 Mio. Nutzern im Netz frei zugänglich!

In einem Facebook Leak wurden mehr als 420 Millionen Telefonnummern von Nutzern gefunden worden. Als Folge dieses Facebook Leaks waren diese Daten unverschlüsselt auf einem Webserver hochgeladen worden. Sie stammen vermutlich aus der Nutzung einer Sicherheitslücke mit der Facebook in der Vergangenheit konfrontiert war. Facebook selbst behauptet es seien lediglich alte Daten. Allerdings ändern die Nutzer Ihre Telefonnummer ja eher selten. Unverschlüsselt und frei zugänglich im Netz Die Datei mit den Telefonnummern hatte ein IT-Spezialist entdeckt und darauf den Technologieblog ...
Weiterlesen …
/ / Anwendungen
Neu bei Surfshark VPN: BlindSearch™ & HackLock™ - 1. Test!

Neu bei Surfshark VPN: BlindSearch™ & HackLock™ – 1. Test!

Surfshark VPN hat in den letzten Monaten viel von sich hören lassen. 2018 erst gegründet, sorgt der supergünstige Anbieter regelmäßig für weitere Verbesserungen seiner Services. Beliebte Funktionen wie CleanWeb oder Whitelister sollen nun Zuwachs bekommen: Mit BlindSearch™ und HackLock™ erhalten die User zukünftig noch mehr für ihr Geld. Ein wenig dauert es zur Veröffentlichung zwar noch, wir haben aber direkt mit den Surfshark Machern gesprochen und einige spannende Details über die geplanten Features und ihre Vorteile herausgefunden. Und die wollen ...
Weiterlesen …
Wird geladen...