Tinder Bots: So erkennst du die hinterhältigen Spammer

Was haben Singles eigentlich früher ohne Tinder gemacht? Tatsächlich macht die App Dating einfacher – aber leider nicht immer. Denn Spammer können deine Tinder-Erlebnisse ziemlich trüben, vor allem durch Tinder Bots. Wir verraten dir, wie du dich vor diesen gemeinen Trickst schützt!

Bots machen mehr als die Hälfte des Webverkehrs aus. Nicht alle von ihnen sind bösartig, aber Betrüger können sie nutzen, um Informationen abzugrasen oder dich mit Malware zu infizieren. Das Einschleusen von Bots auf Tinder ermöglicht es Betrügern, in relativ kurzer Zeit eine große Anzahl potenzieller Opfer zu erreichen. Für Cyberkriminelle also eine sehr praktische und effiziente Sache.

Worin unterscheiden sich Tinder Bots von Fake-Profilen?

Zuerst mal müssen wir mit einem Irrtum aufräumen, der oft vorkommt: Tinder-Bots sind nicht dasselbe wie gefälschte Tinder-Profile. Ein Tinder Bot ist ein Konto, das von einem Computerprogramm betrieben wird, während sich bei gefälschten Konten echte Menschen aus verschiedenen Gründen hinter falschen Identitäten verstecken. Auch wenn gefälschte Profile auf den ersten Blick an Bots erinnern, dauert es viel länger, sie im Gespräch zu identifizieren. Einige von ihnen nutzen sogar gestohlene Identitäten, um ihren Lebenslauf untermauern. Fake Profile sind noch weitaus gemeiner als Bots, denn hier stecken immerhin „nur“ Maschinen dahinter, die dich betrügen wollen ☹ Aber wir wollen dir natürlich auch hier Tipps geben, wie du derartige Fake-Profile erkennst!

So erkennst du gefakte Tinder-Profile

  • Der Partner will sich absolut nicht persönlich mit dir unterhalten. Wenn er weder telefonieren noch sich in real life treffen will, solltest du vorsichtig sein.
  • Der Partner fragt nach Geld und behauptet, dass er in Schwierigkeiten steckt
  • Er stellt zu viele persönliche Fragen.
  • Er fordert dich auf, einen Link anzuklicken, um ein Spiel zu spielen oder ein Foto anzuschauen. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Werbeseite oder Malware, mit der du dein Gerät in Folge infizierst.
  • Er bittet dich sofort um eine langfristige Beziehung oder versucht anders, sich dein Vertrauen zu erschleichen, gleichzeitig vermeidet er aber Treffen, Anrufe oder Infos zu seinen Social-Media-Profilen o. Ä.
  • Du findest „seine“ Fotos online und sie entpuppen sich als Archivbilder oder Bilder von Promis.

Auch wenn einige Fake-Profile relativ harmlos sind, können andere schwere Straftaten wie Erpressung oder Raub nach sich ziehen. Und natürlich entsteht für dich selbst ein emotionaler Schaden, wenn du erst spät entdeckst, dass es sich bei dem vermeintlichen Traumpartner um einen Kriminellen handelt, dem in Wirklichkeit gar nichts an dir liegt. Deswegen achte immer auf die oben beschriebenen Anzeichen, gib nie deine Daten heraus und vereinbare auch kein Treffen an einem weit entfernten Ort.

Wie erkennt man einen Tinder Bot?

Auch wenn Bots weit verbreitet sind und sich immer weiterentwickeln, sind sie auf Tinder nicht allzu schwer zu identifizieren. Tinder-Betrüger haben selten die Ressourcen, um ihre Tinder Bots sehr raffiniert auszuführen. Du bist vielleicht auf den ersten Eindruck hin total begeistert, merkst aber dann doch ziemlich schnell, dass du nicht mit einer realen Person sprichst. Hier nun einige Anzeichen, die für einen Tinder Bot sprechen:

  • ein Profil, das nicht mit einem Instagram- oder Facebook-Konto verknüpft ist: Wenn du siehst, dass das Profil einer Person nicht mit externen sozialen Netzwerken verknüpft ist, ist das schon verdächtig. Es ist nämlich ziemlich schwierig, einen vertrauenswürdigen, echt wirkenden Social-Media-Kontext um ein gefälschtes Profil herum zu erstellen, daher machen sich Betrüger normalerweise nicht die Mühe.
  • ein Profil, das mit einem Social-Media-Konto verknüpft ist, das gefälscht aussieht: Es lohnt sich immer, eine schnelle Suche in den sozialen Medien durchzuführen, wenn du Zweifel hast. Wenn die Bilder und Informationen allesamt sehr „gewöhnlich“ wirken und dem Profil eine persönliche Note fehlt, ist es möglicherweise nicht echt;
  • eine verdächtige Biografie: Wenn die Bio viele Grammatikfehler, Einladungen zu verdächtigen Links oder persönliche Daten enthält, die keinen Sinn ergeben, bist du ebenfalls möglicherweise auf einen Bot gestoßen. Auch hier gilt, dass Googeln viele derartige Fakes aufdeckt.
  • zu schöne Fotos, um wahr zu sein: Wenn eine Person absolut nur sensationelle Studie-Fotos auf seinem Profil hat, ist das mehr als verdächtig. Es könnte sein, dass diese Fotos von einem anderen Profil gestohlen wurden. Manche User geben sich gerne extra viel Mühe mit ihren Tinder-Konten, aber professionelle oder perfekte Fotos sollten dich trotzdem dazu veranlassen, noch einmal einen genauen Blick darauf zu werden, bevor du weitermachst.

Wenn du bereits mit jemanden gematcht bist, solltest du beim Chatten auf folgende Tinder Bot-Hinweise achten:

  • Superschnelle Antworten: Wenn du die erste Nachricht ungewöhnlich schnell nach dem Matching erhältst, könnte es sich um einen Tinder Bot handeln. Bots können innerhalb von Millisekunden antworten, was für eine echte Person ziemlich schwierig ist;
  • Die Konversation fühlt sich „unnatürlich“ an: Ein einfacher Tinder-Bot verwendet normalerweise eine Reihe von Nachrichten, um zu antworten. Die Antworten passen vielleicht zu einigen deiner Fragen und sind meist recht einfach gehalten. Allerdings schafft ein Bot es nicht, einen natürlichen Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten. Die Antworten sind zum Beispiel komplett ohne Bezug zu deiner Nachricht. Versuchen am besten, etwas Unerwartetes zu fragen, wie z. B. „Welche Farbe hat der Himmel?” oder tippe ein paar zufällige Buchstaben und schau, ob die Antworten einen Sinn ergeben;
  • Die Gespräche führen zu einer Aufforderung, einen Link anzuklicken, um den Chat außerhalb von Tinder fortzusetzen, dein Profil zu verifizieren oder Fotos zu überprüfen. Klicke auf gar keinen Fall auf diese Links! Dabei könnten deine Daten gestohlen werden, du dich bei einem teuren Porno-Abonnement anmelden oder mit Malware infizieren, lästige Werbung einblenden etc. Der Bot wird höchstwahrscheinlich aufhören, mit dir zu chatten, wenn du dich weigerst, derartige Links anzuklicken.
  • Fragen nach persönlichen Daten: Wenn eine Person nach Daten wie deiner Adresse oder gar Kreditkarteninformationen fragt, ist das ein ganz klares Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Gib auf gar keinen Fall deine persönlichen, sensiblen Daten weiter.

Was solltest du tun, wenn du einen Tinder Bot identifizierst?

Wenn du den starken Verdacht hast, dass du auf einen Tinder Bot gestoßen bist, bietet Tinder Tools, um dies zu melden:

  • Wenn du direkt im Chat bist, klicke auf die rote Flagge in der oberen rechten Ecke; tippe auf „Melden“, wähle den Grund für die Meldung und klicke dann auf „Senden“.
  • Du musst den Bot oder das Fake-Profil aber melden, bevor du das Matching aufhebst. Denn danach ist es aus deiner Chatliste verschwunden und du kannst keine Meldung mehr erstatten

Du kannst ein Profil aber auch melden, bevor du dich mit ihm matchst:

  1. Klicke auf den Buchstaben I (Info) in der unteren rechten Ecke des Bildes.
  2. Tippe auf „Melden“ (Benutzername) unterhalb des Profilnamens oder der Bio.

Weitere wichtige Tipps für dich:

  • Gib einer verdächtigen Person keinerlei persönlichen Informationen.
  • Vereinbare keine Treffen an abgelegenen oder verdächtigen Orten
  • Prüfe Fotos und Profilen in sozialen Medien immer zwei Mal und mache zudem noch einen Doppel-Check mit einer Suchmaschine.
  • Klicke nie auf verdächtige Links.
  • Wenn du dich unsicher oder bedroht fühlst klicke auf dein Profil und gehe zu den Einstellungen. Dort kannst du die Option „Show me on Tinder“ ausschalten.

Wie viel Prozent der Tinder-Nutzer sind Tinder Bots?

Schätzungen gehen davon aus, dass 1 von 5 Anfragen von bösartigen Tinder Bots gestellt werden, die darauf ausgelegt sind, den Usern zu schaden. Obwohl es schwer zu sagen ist, wie viel Prozent der Tinder-Profile Tinder Bots sind, kann man davon ausgehen, dass es nicht mehr als 20 % sind (was aber eh schon recht viel ist …) Online-Betrügereien nehmen jedoch von Jahr zu Jahr zu, sodass diese Zahl mit ziemlicher Sicherheit steigen wird.

Ist Tinder sicher?

Tinder ist bis Tinder Bots und Fake Profile eine relativ sichere Plattform, aber trotzdem solltest du immer vorsichtig sein. Im Netz lauern generell einige Gefahren und Risiken. Laut „Daily Mail“ wurden in den sechs Jahren seit es Tinder gibt 500 Verbrechen im Zusammenhang mit der Plattform gemeldet. Sei also immer wachsam, wenn du mit Fremden kommunizierst, überprüfe im Zweifelsfall die Angaben von deinen Partnern und klinke dich sofort aus, wenn du bedrohliche Anzeichen bemerkst.

Tinder Bots

Was die Privatsphäre betrifft, so ist Tinder eine Dating-App, die mit Facebook verbunden ist, sodass viele deiner Daten bei der Nutzung gesammelt und auch mit Facebook geteilt werden. Gib also nicht zu viele persönliche Daten preis, da diese für Marketingzwecke verwendet oder an Dritte weitergegeben werden.

Auch wenn Tinder durch Fake-Profile und Tinder Bots Risken aufweisen kann: Wir wünschen dir trotzdem viel Erfolg auf der Suche nach deinem Dream-Date!


Erstellt am: 20. Februar 2021

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Allgemein
Smartphone ordnen

So ordnest Du Dein Smartphone und steigerst deine Produktivität!

Wir wissen alle, wie wichtig es ist, einen sauberen, geordneten Arbeitsplatz zu haben. Es ist von Vorteil, wenn man alles so aufräumt, das man sich wohl fühlt und produktiv sein kann. Wieso also nicht auch das Smartphone ordnen und so die Produktivität steigern? Unser Handy nutzen wir im Durchschnitt zwischen 3-5 Stunden am Tag. Viele nutzen es auch für die Arbeit, um mit Kunden im Kontakt zu sein, oder die E-Mails zu checken. Es macht also Sinn, etwas Zeit zu ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
Was ist eine Internet-Zensur? Und wie kann man sie umgehen?

Was ist eine Internet-Zensur? Und wie kann man sie umgehen?

Was ist die Zensur? Eine Zensur im Allgemeinen ist eine Unterdrückung von Wörtern oder Bildern, die gemäß einer Definition des ACLU, beleidigend oder unangebracht sind. Dinge, die obszön, politisch inakzeptabel oder als Bedrohung für die Sicherheit gelten. Die Zensur ist auch für den Staat eine Möglichkeit, die Meinungsfreiheit einzuschränken und kann auf jede Ausdrucksform bezogen werden. Mit Hilfe der Zensur, ist es möglich, politische, moralische oder persönliche Ansichten einer Einzelnen Person oder Gruppe, zu kontrollieren, beeinflussen oder ganz einzuschränken. Wer ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
Sahara bei Nacht

Internet-Blackouts kosten Afrika die Meinungsfreiheit – und Geld

Politische Gegner, die Kritik am System üben? Das können restriktive Staaten wie Uganda gar nicht brauchen. Und weil es so einfach ist, wird dann eben mal das Internet abgeschaltet. Dann haben Twitter & Co Sendepause. Was nach einem „guten“ staatlichen Plan klingt, führt aber gottseidank auch für die Machthaber zu Problemen. Facebook, Twitter & Co werden einfach abgeschaltet Nicht nur in den USA, auch in Uganda wurde kürzlich gewählt. Und wie schon bei der letzten Wahl vor vier Jahren forderte ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
Biometrische Daten Fingerabdruck

Biometrische Daten: Wie sicher sind sie?

Futuristische Augenscanner und sprachgesteuerte Türen kannten wir früher höchstens aus Spionage- und Scienc-Fiction-Blockbuster. Heute ist das ganz anders: Wir können verschiedenste Geräte mit unseren Gesichtern und Daumenabdrücken entsperren – biometrische Technologie ist die neue Normalität und wird immer mehr verwendet. Oft wird sie als die einfachste und sicherste Möglichkeit gepriesen, ein Smartphone oder einen hoch geheimen Ort zu schützen. Schließlich kann deine Fingerabdrücke nun wirklich niemand stehlen ... oder? Ganz so einfach ist es aber tatsächlich nicht. Denn kaum jemand ...
Weiterlesen …
Wird geladen...