Neuer Cybercrime beim Online-Dating: „Sexpressung“ erwischt laut Polizei immer mehr Opfer

Porno-Erpressermails? Kennen wir schon. Aber hast du auch schon einmal etwas von Sexpressung gehört? Dabei handelt es sich um die neueste Masche von Cyberkriminellen, die ihre Opfer beim Online-Dating suchen und mit (angeblichen) kompromittierenden Videos erpressen.

Im Netz sicher zu bleiben, ist gar nicht so einfach. Neben Viren, Malware & Co gibt es immer wieder neuartige Risiken. Auch das Online-Dating bleibt vor Online-Kriminalität leider nicht erspart. Es wird ja auch immer beliebter – man denke nur an die Vielzahl der Möglichkeiten. Tinder, Parship etc. klingen auch zu verlockend. Auch für Erpresser, wie die Polizei derzeit warnt.

Peinliche Videos von dir?

Das so genannte „Sexpressung“ ist der nächste Schritt der Porno-Erpressermails. Diese sind ja momentan, wie berichtet, stark im Umlauf. Zumeist handelt es sich bei diesen Phishing-Mails aber um Fakes. Bei der „Sexpressung“ oder „Sextortion“ hingegen können durchaus echte Daten im Spiel sein. Besser gesagt: peinliche Videos, die das Opfer seinem vermeintlichen Flirt beim Online-Daten gutgläubig übermittelt hat.

Böse Überraschung beim Online-Flirten

Das Landeskriminalamt Bayern warnt momentan vor derartigen Angriffen, die so gar kein Fake sind: „Es sind Fälle bekannt, bei denen tatsächlich kompromittierende Aufnahmen gestreut wurden.“ Angreifer und Opfer lernen auf eine der Dating-Plattformen kennen. Eines folgt dem anderen. Anzügliche Videos werden ausgetauscht. Und dann die böse Überraschung: Der vermeintliche Flirt erpresst das Opfer damit, diese Videos online zu veröffentlichen. Es sei denn, es fließt Geld. Meist mehrere Hundert, wenn nicht Tausende Euros.

Nur ein Bluff – oder aber …

Und wenn das Opfer nicht zahlt? Wenn es Glück hat, war alles nur ein Bluff. Aber es gibt eben leider auch die Fälle, wo per Knopfdruck tatsächlich Sex-Videos an sämtliche Kontakte geschickt wurden. Was das bedeutet, mag man sich gar nicht vorstellen …

Täter meist nicht auffindbar

Wie viele Sexpressungs-Fälle es gibt, ist unklar. Laut Polizei hat man es sicherlich mit sehr vielen nicht gemeldeten Angriffen zu tun. Tatsächlich angezeigte Fälle wurden in Bayern von Jänner bis August 2018 870 gezählt. Aufzuklären sind die Fälle schwierig: Laut Landeskriminalamt NRW „bedienen die Täter sich anonymisierter Transaktionen ins Ausland, etwa via Western Union oder verlangen Kryptowährungen wie Bitcoin. Serverstandorte und Geldforderungen, sofern sie nachvollzogen werden können, deuten auf ein Agieren aus dem Ausland hin.“

Wie kannst du dich schützen?

Trick Nummer 17 überhaupt, den auch die Polizei empfiehlt (ebenso wie der Hausverstand): Klebe die Kamera bei deinen Geräten ab! So kann dich auch niemand filmen und ausspionieren. Erpressungsmöglichkeit gestoppt. Außerdem solltest du dich überhaupt nicht in freizügiger Manier filmen lassen. Wo das hinführen kann, wissen wir auch gut von allerhand Promis und deren Porno-Skandalen. Leichtsinn schützt eben vor Strafe nicht. Schon gar nicht in Zeiten, wo wir durch das Internet kaum mehr für uns sind.

Quelle: Polizei Bayern; Foto: pixabay.com


Erstellt am:7. Februar 2019

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