Welche Technologien werden unserer Privatsphäre im Überwachungs-Zeitalter am gefährlichsten?

Viele der innovativen heutigen Technologien helfen uns dabei, unsere Online-Privatsphäre zu schützen – man denke nur an VPNs, Verschlüsselung oder Tor. Aber Technologie kann leider auch das genaue Gegenteil bewirken und Spionen bei unserer Überwachung helfen. Aber welche davon sind am gefährlichsten? Und wie können wir uns vor ihnen schützen?

Car-Sharing-Apps

In deinem eigenen Auto bist du der Chef. Du entscheidest, welche Hard- und Software du darin installierst und wohin du fährst. Wenn du dir aber ein Fahrzeug ausborgst, bist du nicht ausreichend durch deine eigenen Entscheidungen bzgl. Sicherheitsvorkehrungen geschützt. Außerdem wissen derartige Apps ganz genau, wo du bist und zeichnen diese Daten auch auf. Die App weiß sogar, wo du hinwillst, bevor du überhaupt dort bist. Und sie kann in einzelnen Fällen sogar dein Bewegungsverhalten vorhersagen. Diese Daten behält sie aber nicht nur für sich. Sowohl Werbetreibende, als auch Regierungen haben Zugriff darauf! Also besser auf öffentliche Verkehrsmittel oder dein eigenes Auto setzen, sofern du eines besitzt.

Gesichtserkennungs-Software

Mittlerweile sind wir quasi bereits überall von Kameras umgeben. Es ist zwar durchaus amüsant, Alltags-Videos auf YouTube anzuschauen. Aber wenn man darüber nachdenkt, dass unser gesamtes öffentliches Leben potenziell der ganzen Welt zugänglich gemacht werden könnte … Nun ja. Mit moderner Technologie wird es zukünftig nicht nur möglich sein, all unsere Bewegungen in der Öffentlichkeit zu speichern, sondern sie auch beinahe in Echtzeit zu analysieren.

Obwohl Gesichtserkennung alles andere als perfekt ist, erlaubt sie einem Computer bereits die Identifizierung von Personen trotz Brillen oder Hüten, die einen Teil ihres Gesichts verdecken. Es ist höchst wahrscheinlich, dass Gesichtserkennung genauer werden wird als Menschen. Speziell, wenn sie mit einer Datenbank so groß wie das Einwohnerregister einer Großstadt, nationalen Reisepass-Datenbanken oder gar den Daten von Facebook verbunden werden. Mit fortgeschrittener Gesichtserkennungs-Software könnte ein Staat mit hoher Genauigkeit herausfinden, wo sich eine Person zu jeder Zeit befindet, mit wem sie beisammen ist und was sie gerade tun.

Es ist sehr schwierig, sich vor Gesichtserkennung zu schützen. Die effizientesten Tools sind sehr leicht erkennbar und funktionieren auch nur dann, wenn eine Vielzahl von Personen sie nutzt. Wenn nur einige wenige Menschen Tricks nutzen, um Kameras in die Irre zu führen, können sie sehr leicht identifiziert werden. Momentan sind derartige Aktivitäten eher als Symbol gegen den Überwachungssaat zu werten.

Polizeiliche Verbrechensvorhersage

Sie ist der Traum jedes Polizisten und Inhalt unzähliger Science Fiction-Geschichten. Du hast garantiert schon einmal „Minority Report“ gesehen. Genau darum geht es bei dieser Überwachungsstrategie – wenn auch nicht ganz so dramatisch. In die Zukunft schauen geht (zumindest noch) nicht. Wir müssen uns auf existierende Kriminalitäts-Datenbanken verlassen, die meistens jede Menge Vorurteile und kognitive Verzerrungen beinhalten.

Verbrechensvorhersage verstärkt diese Verzerrungen. Dies bedeutet, dass einige Straftaten weniger hart geahndet werden, während Viertel mit einer hohen Kriminalitätsdichte durch konzentrierte Strafverfolgungs-Aktivitäten behelligt werden – ähnlich wie ethnisches Profiling auf Flughäfen.

Das klingt alles sehr weit hergeholt? Verbrechensvorhersage ist bereits an vielen Standorten auf der ganzen Welt im Versuchsstadium – besonders bekannt durch den US-Militär-Contractor Palantir.

Elektronisches Geld

Wir haben immer weniger Bargeld bei uns. Es ist doch viel praktischer, einfach eine Karte zum Zahlen zu zücken oder GooglePay etc. einzusetzen, als mühsam zum Bankomat Geld abheben zu gehen. Aber es kann gefährlich sein, sich auf derartige Systeme zu verlassen. Nicht nur, dass alle deine Transaktionen analysiert und an Werbeunternehmen verkauft werden – sie sind auch für deine Regierung zugänglich.

Elektronisches Geld kann dazu genutzt werden, dich zu überwachen und rechtlich zu belangen. Es kann dich aber auch von Diensten ausschließen, die nur mit Kreditkarten verfügbar sind. Wenn wir also Bargeld immer mehr aus unserem Leben drängen, wie wir es für teure Güter bereits getan haben, machen wir es leichter, Menschen ohne Zugang noch weiter an den Rand zu drängen. Um Regierungs-Spionage bestmöglich zu umgehen, solltest du Bargeld nutzen, wo geht und Bitcoin, wenn du online shoppst.

Du siehst, die schöne neue Welt mit innovativen Technologien hat auch ihre Tücken in Sachen Überwachung und Privatsphäre. Deswegen sollten wir uns auch bewusst sein, dass es in unser aller Verantwortung liegt, bei all diesen Technologien wählerisch und ethisch korrekt zu sein. Damit die schöne neue Welt sich nicht gegen uns richtet …

Quelle: ExpressVPN; Foto: pixabay.com


Erstellt am:26. Dezember 2018

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