Geschäftsfeld Privatsphäre: Deine Standortdaten werden verkauft

Alle wollen uns an die Daten. Die Standortdaten sind davon nicht ausgenommen. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir bei allen möglichen Anwendungen gefragt werden, ob wir eine Standortbestimmung erlauben. Es ist also keine Neuheit, dass diese Daten ermittelt werden. Zwischen einer Ermittlung von Standortdaten und dem Verkauf gibt es jedoch einen großen Unterschied. Es gibt also einen eigenen Markt dafür. Es gibt Menschen, die dafür bezahlen, dass sie deinen Standort erfahren können. Wieviel kostet das und wozu möchte jemand deinen Aufenthaltsort wissen?

I still know where you are

Amerikanische Provider setzen auf Standortdaten. Die kann man sich gerade mal eben so kaufen – wie Milch, Brot oder Zucker. Ein eigenes Geschäftsmodell! Laut einem Bericht von Motherboard wurde aus Testgründen ein Kopfgeldjäger engagiert, der dann demonstrierte wie leicht man an Standortdaten kommt und wie gut man den Standort eingrenzen kann. Der Dienst, der zu diesem Zweck in Anspruch genommen wurde, war beim gebuchten Informanten dann für 300 Dollar zu haben.

SOS – sonst nichts

Es ging dabei um die Eingrenzung bis auf ein paar Häuserblocks. Das ist also ziemlich genau wenn dich jemand finden möchte. Das will bestimmt niemand – außer es geht um einen Notfall bei dem man bewusstlos am Boden liegt und Hilfe braucht. Wenn jemand deine Handynummer hat, weiß er, wo du bist.

Spytime – der Spion ist immer dabei

T-Mobile US, Sprint und AT&T verkaufen also die Daten anscheinend an andere Firmen, die sie dann wieder weiterverkaufen. Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. Wenn der Preis stimmt, geht’s auch schon mal unkonventionell zu. Private Informationen wie Standortdaten werden offensichtlich benötigt. Als mögliche Interessenten kommen Detektive, Kautionsbüros, Stalker, Exfreunde, eifersüchtige Geliebte, politische Gegner und neugierige Nachbarn in Frage. Die Liste ist vermutlich endlos. Es gibt immer jemanden, der alles über dich wissen will.

Im Falle der US-Provider wurde versprochen, dass es die Weitergabe von Kundendaten in Zukunft nicht mehr geben würde. Diese Zukunft dauert anscheinend noch etwas länger, denn bis jetzt wurde bei den meisten Providern noch keine großartige Kursänderung festgestellt.

Schon einmal bei Microbilt eingekauft?

Da sind Standortdaten anscheinend für ein paar Dollar zu haben. Der ungefähre Standort einer Person kostet schlappe 5 Dollar, für Genaueres musst du etwas mehr hinlegen.

Made in Austria

In Österreich dürfen Daten nur mit Zustimmung der Kunden weitergegeben werden. Kundendaten werden nicht an Dritte weitergegeben. Es wurde eingeräumt, dass es Analysen gibt, die verkauft werden. Diese sind natürlich anonymisiert. Es geht primär um die Erhebung von Verkehrsdaten um Bewegungsströme zu erfassen. Bei Notfällen kommt es schon zu einer individuellen Standorterhebung.

Ignoranz oder Unwissenheit

Ist doch egal, mag sich so manch einer denken. Wir müssen uns vor Augen führen, dass das Abfragen unserer Standortdaten über einen gewissen Zeitraum, Rückschlüsse über unser ganzes Leben zulässt. Kontrolle und Manipulation sind dann nur noch einen Schritt entfernt.

Fazit

Hinter unserem Rücken geschieht so einiges. Meistens sind wir machtlos dagegen. Gib so wenig wie möglich von dir preis. Die Zustimmung zur Standortbestimmung am Smartphone ist zu hinterfragen. Ob deine Standortdaten im Falle einer Deaktivierung nicht trotzdem ermittelt oder sogar verkauft werden, bleibt ungewiss. Schütze deine Daten!

Quelle: Standard.at; Foto: pixabay.com


Erstellt am: 22. Januar 2019

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