Catch me if you can: Der Zugriff auf Finanzdaten soll innerhalb der EU schneller und einfacher erfolgen

Vorratsdatenspeicherung und grenzübergreifender Informationsaustausch. Wenn es um Datenaustausch geht, wollen die EU-Mitgliedsstaaten näher zusammenrücken. Auch bei Finanzermittlungen soll der Informationsaustausch besser werden. Auf welchem Fundament die Vereinfachung bei besagten Ermittlungen stehen soll und wie Datenschützer dies sehen, erfährst du hier.

Richtlinie auf dem Prüfstand

In der Richtlinie des Europäischen Parlaments, die im April 2018 vorgelegt wurde, geht es um die „Festlegung von Vorschriften zur Erleichterung der Nutzung von Finanz- und sonstigen Informationen“. Es wird ein besserer und schnellerer Zugriff auf in Verbindung mit Straftaten stehende Finanzinformationen vorgeschlagen. Eine koordinierte und rasche Zusammenarbeit ist für den Ermittlungserfolg ausschlaggebend. Dies bezieht sich nicht nur auf Vergehen im Bereich Finanzsektor. Es geht auch um eine allgemeine Verbesserung des Finanzdatenaustausches zwischen EU-Mitgliedstaaten bei Straftaten.

Weltweite Vernetzung und schnelle Transaktionen

Terroristen, kriminelle Vereinigungen und Straftäter im Allgemeinen sind nämlich klar im Vorteil, da sie die Möglichkeit haben binnen kürzester Zeit Geld zu transferieren. Und dies auch noch in den unterschiedlichsten Währungen. Sowohl innerhalb der EU als auch außerhalb. Dabei nützen sie modernste Technologien und weltweite Vernetzung. Ermittler hinken meist hinterher.

Catch me if you can

Der adäquate und zeitnahe Zugriff auf Finanzdaten ist unbedingt erforderlich. Kriminelle sind hier leider noch klar im Vorteil. Viel zu oft schaffen sie es Geld rechtzeitig von einem Konto auf das andere zu transferieren. Schwere Straftaten können teilweise nicht schnell genug geahndet werden und Erträge aus kriminellen Handlungen bleiben nicht selten in den Händen der Täter.
Informationsvorsprung

Zentrale Bankkontenregister und Datenabfragesysteme sind ein hilfreiches Mittel zur Strafverfolgung. Es dauert oftmals viel zu lange bis entsprechende Informationen abgefragt werden dürfen.
Zuständige Behörden sollen den Zugriff auf relevante Datenabfragesysteme und Bankkontenregister erhalten. Zu diesen Behörden zählen beispielsweise Steuer- und Korruptionsbekämpfungsbehörden sowie Vermögensabschöpfungsstellen. Weiters sieht der Vorschlag einen indirekten Zugang für EUROPOL vor.

Sicherheitsagenda

Bereits im April 2015 wurde eine Europäische Sicherheitsagenda angenommen. Der Vorschlag soll ein Teil dieser Agenda sein, die Schritte gegen Terrorismusfinanzierung und schwere Kriminalität einleiten sollte. Er baut auf bestehenden Geldwäscherichtlinien auf und soll diese ergänzen.

FAZIT – Datenschützer fürchten Sicherheitslücken

Die EU-Mitgliedstaaten erkennen die Wichtigkeit eines raschen Informationsaustausches. Sie haben in einigen Bereichen entsprechende Schritte eingeleitet. Des einen Freud ist des anderen Leid. Ermittler freuen sich zu Recht über erleichterte Arbeitsbedingungen, aber Datenschützer sehen die Gefahr von Sicherheitslücken und befürchten einen undifferenzierten Zugriff auf unsere Daten. Freiheit oder Sicherheit? Eine Kombination beider Werte erfordert wohl noch tiefer gehende Maßnahmen.

Quelle: netzpolitik.org; Foto: pixabay.com

Zusammenfassung
Catch me if you can: Der Zugriff auf Finanzdaten soll innerhalb der EU schneller und einfacher erfolgen
Artikel Name
Catch me if you can: Der Zugriff auf Finanzdaten soll innerhalb der EU schneller und einfacher erfolgen
Beschreibung
Wenn es um Datenaustausch geht, wollen die EU-Mitgliedsstaaten näher zusammenrücken. Auch bei Finanzermittlungen soll der Informationsaustausch besser werden. Auf welchem Fundament die Vereinfachung bei besagten Ermittlungen stehen soll und wie Datenschützer dies sehen, erfährst du hier.
Author
Veröffentlicher
vpn-blog.de
Logo

Erstellt am:3. Januar 2019

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Allgemein
Immer mehr Zuschauer bevorzugen Netflix

Immer mehr Zuschauer bevorzugen Netflix

Die angesagte Marke, das Seherlebnis und die ausgezeichnete Qualität von Netflix sind sehr attraktiv für junge deutsche Zuschauer.  Für klassische TV-Sender ist das aber keine gute Nachricht! Heute entfällt nur etwa 50 % der Fernsehzeit auf das klassische Fernsehen, so die aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mittlerweile hat Netflix den ersten Platz in Bezug auf die Anzahl der Aufrufe eingenommen. Bei den 16- bis 29-Jährigen führt das Unternehmen mit einem Anteil von knapp 30 ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
PIA: “Wir beenden unsere Aktivitäten in Russland”

PIA: “Wir beenden unsere Aktivitäten in Russland”

Auf der offiziellen Website des amerikanischen VPN-Anbieters PIA (Private Internet Access) wurde eine Nachricht veröffentlicht, dass dieser seine Aktivitäten in Russland beendet. "Die russische Regierung hat ein neues Gesetz erlassen, das die Anbieter verpflichtet, den gesamten russischen Internetverkehr für bis zu einem Jahr zu speichern. Wir glauben, dass aufgrund des Drucks der Behörden, die dieses neue Gesetz umgeben, einige unserer russischen Server kürzlich von den russischen Behörden ohne Warnungen beschlagnahmt wurden", so die offizielle Mitteilung. Der Anbieter berichtet auch, dass ...
Weiterlesen …
/ / Facebook, Leaks
Facebook Leak: Telefonnummern von 420 Mio. Nutzern im Netz frei zugänglich!

Facebook Leak: Telefonnummern von 420 Mio. Nutzern im Netz frei zugänglich!

In einem Facebook Leak wurden mehr als 420 Millionen Telefonnummern von Nutzern gefunden worden. Als Folge dieses Facebook Leaks waren diese Daten unverschlüsselt auf einem Webserver hochgeladen worden. Sie stammen vermutlich aus der Nutzung einer Sicherheitslücke mit der Facebook in der Vergangenheit konfrontiert war. Facebook selbst behauptet es seien lediglich alte Daten. Allerdings ändern die Nutzer Ihre Telefonnummer ja eher selten. Unverschlüsselt und frei zugänglich im Netz Die Datei mit den Telefonnummern hatte ein IT-Spezialist entdeckt und darauf den Technologieblog ...
Weiterlesen …
/ / Anwendungen
Neu bei Surfshark VPN: BlindSearch™ & HackLock™ - 1. Test!

Neu bei Surfshark VPN: BlindSearch™ & HackLock™ – 1. Test!

Surfshark VPN hat in den letzten Monaten viel von sich hören lassen. 2018 erst gegründet, sorgt der supergünstige Anbieter regelmäßig für weitere Verbesserungen seiner Services. Beliebte Funktionen wie CleanWeb oder Whitelister sollen nun Zuwachs bekommen: Mit BlindSearch™ und HackLock™ erhalten die User zukünftig noch mehr für ihr Geld. Ein wenig dauert es zur Veröffentlichung zwar noch, wir haben aber direkt mit den Surfshark Machern gesprochen und einige spannende Details über die geplanten Features und ihre Vorteile herausgefunden. Und die wollen ...
Weiterlesen …
Wird geladen...