5 Fakten zur ePrivacy – Verordnung und Reform

Bist du im Internet, hinterlässt du unweigerlich Spuren. Cookies werden gespeichert, deine Daten werden gesammelt. Der Trend zur Überwachung, Tracking und Kontrolle steigt unaufhaltsam, meist wird Kritik mit dem Deckmäntelchen der Terrorismusprävention erstickt. Trotzdem muss das Recht auf Privatsphäre gewahrt werden, weshalb zumindest geregelt werden muss, wer deine Daten erfassen und verwenden darf.

Fakt 1: Die EU muss sich einig werden

Die ePrivacy-Verordnung, also die Datenschutzbestimmungen für das Internet, sind maßlos überaltert. Sie stammen noch aus dem Jahre 2002. Hattest du damals schon Whatsapp? Warst du ständig im WLAN eingeloggt? Oder hast du nicht vielmehr noch dein gutes altes Klapphandy mit Schwarzweiß-Display benutzt, mit dem du telefoniert und SMS geschrieben hast? Eben! Die Zeit seit damals ist förmlich gerannt und die Privatsphäre-Verordnung taugt gut für die Telekom, aber nicht mehr für unsere heutige Realität, die sich zum Großteil im Netz abspielt.

Fakt 2: Firmen profitieren von den fehlenden Gesetzen

Die EU-Mitgliedsstaaten tun sich schwer, eine Reform auf die Beine zu stellen. Während die Datenschutzgrundverordnung steht, zeigt man sich im Rat bei der ePrivacy entscheidungsunfreudig. Es handelt sich dabei ganz klar um finanzielle Interessen, die seit anderthalb Jahren verhindern, dass eine klare Linie entschieden wird. Verlage und Unternehmen verdienen viel Geld, indem sie die Daten für gezielte Werbeschaltungen nutzen. Gewinnst du an Privatsphäre und Anonymität, verlieren die Werbetreibenden Einnahmen.

Fakt 3: Der Entwurf war vielversprechend

Die Reform der ePrivacy hätte schon längst passiert sein können. Ein entsprechender Entwurf liegt bereits seit Oktober 2017 vor. Er enthielt gute Vorschläge zum Schutz der Privatsphäre beim Surfen und sollte Konzernen wie Google oder Facebook das massenhafte Sammeln von Daten zu Werbezwecken verbieten oder zumindest einschränken. Das sollte mittels einer „Do not track“-Funktion geschehen, mit der du als Internetnutzer dein Einverständnis zum Werbetracking widerrufen kannst. Tracking-Walls, die dich beim Besuch einer Website zum Einverständnis zwingen, sollten ebenfalls verboten werden, zumal diese sich überhaupt nicht mit der DSGVO vereinbaren lassen.

Fakt 4: Die Bundesregierung blockiert den Datenschutz

Deutschland ist eines der Länder, die sagen, dass ihnen dein (Daten-)Schutz natürlich am Herzen liegt. Sonderlich ambitioniert ist aber niemand, oder vielmehr wird vermutlich niemand sonderlich Wert darauf legen, den Profiteuren des Datenklaus auf die Füße zu treten. Also sitzt man den Konflikt eben noch ein bisschen aus. Tracking Walls sollen erlaubt bleiben, damit sich Online-Dienste weiterhin durch diese Einnahmen finanzieren können. Ansonsten sei man schon für die Stärkung des Datenschutzes, aber bitteschön nicht zu schnell. Vor den Europawahlen ist wohl mit keiner Entscheidung zu rechnen.

Fakt 5: Gegen Medienverbände und Datenkonzerne kannst auch du wenig ausrichten

Du kannst dich zumindest ein wenig vor der Schnüffelei in deiner Privatsphäre zu schützen, indem du deine Daten nur sparsam herausgibst, deinen Internetkonsum einschränkst, Cookies regelmäßig löschst, auf deine Privatsphäreeinstellungen in sozialen Netzwerken achtest und so anonym wie möglich surfst, indem du deine IP-Adresse per VPN maskierst. Trotzdem wird es höchste Zeit für die ePrivacy-Reform, denn das Spionieren dient zum größten Teil eben nicht deinem Schutz, sondern füllt nur die Geldbeutel der Lobbyisten.

Quelle: ZDNet.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:16. April 2019

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