Cybercrime im Steigen: 18 % der Amerikaner wurde schon einmal die Identität gestohlen

Mit unserer Sicherheit im Internet ist es nicht allzu gut bestellt. Eine Schlagzeile über Phishing, Leaks & Co jagt die andere. Aber dass Identitätsdiebstahl ein derart großes Thema ist, schockiert dann doch: Eine neue Studie hat ergeben, dass 18 % der Befragten schon einmal von einem Identitätsdiebstahl betroffen waren. Die Dunkelziffer liegt allerdings noch weit höher …

Durchgeführt wurde die Studie von nCipher, einer Cybersecurity-Firma. Die Ergebnisse sind in mehrerlei Hinsicht beunruhigend, aber auch deprimierend: Für die Studie wurden 1.000 Amerikaner zu grundlegenden Fragen über ihre persönliche Cybersecurity befragt. 17,6 % davon gaben zu, dass ihre Identität tatsächlich schon einmal von Hackern gestohlen wurde. Vielleicht kommt dir das angesichts der gehäuften Sicherheits-Breaches und den Millionen geleakter Daten gar nicht so viel vor. Aber wie Zahlen aus dem Jahr 2017 zeigen, wurden damals 16,7 Millionen Amerikaner ihrer Identität beraubt. 2018 sieht es sicherlich eher noch schlechter aus …

Knappe 17 % wissen nicht, ob sie Opfer eines Leaks wurden

Die Studie kann aber darüber hinaus mit weiteren Negativergebnissen aufwarten: Weitere 16,5 % gaben an, dass sie eigentlich überhaupt nicht wissen, ob ihr Identität schon einmal gestohlen wurde. Könnte es also sein, dass die persönliche Sicherheit von unglaublichen 34,3 % der Amerikaner aktiv kompromittiert wurde? Das ist durchaus möglich, wenn man die Zahlen entsprechend interpretiert.

Gefängnisstrafe für sorglosen Umgang mit Daten?

Aber natürlich war Identitätsdiebstahl bei Weitem nicht alles, um was sich die Studie drehte: Beispielsweise wurde auch danach gefragt, wer bei einem Sicherheitsleck gefeuert werden sollte? 38 % der Befragten sagten dazu, dass Organisationen in einem solchen Fall ihren IT-Sicherheitschef kündigen sollten. 31 % würden auch noch dem generellen Technologie-Leiter den Laufpass geben. Bei der Sicherheit ihrer Daten kennen die Amerikaner keine Gnade: Ganze 38 % würden Gesetze begrüßen, die C-Mitarbeiter persönlich bestrafen bzw. ins Gefängnis bringen, wenn diese Kundendaten nicht sorgfältig aufbewahren …

Viele Befragte vertrauen in Sachen Datenschutz niemandem

Es wird noch besser: 20 % der Befragten gaben an, den Schutz ihrer Daten überhaupt niemandem anzuvertrauen. Das mag zwar löblich sein. Aber nicht unbedingt realistisch. Da müsste man sich schon komplett aus den Onlinewelten zurückziehen. Aus allen. Wir würden mal sagen, dass dies heutzutage unmöglich ist.

Alle Anbieter preisen ihre Sicherheitsvorkehrungen für Kundendaten etc. an. Aber das hilft uns nichts. Denn wie oft werden die Daten bei einem Leak trotzdem abgesaugt? Im besten Fall wissen wir davon. Aber es gibt auch Kandidaten, die überhaupt nicht bekanntgeben, wenn ein Leak passiert ist. Oder erst Monate später. In Europa würden sie dafür eine saftige DSGVO-Strafe kassieren. In Amerika, Land von Facebook & Co – man weiß es nicht … Du und deine Daten sind letztendlich ausgeliefert …


Erstellt am: 12. März 2019

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