Was wäre, wenn wir Amazon, Facebook und Google in die Daten schauen könnten?

Datentransparenz für die ganz großen Fische. Nicht nur der normale User soll gläsern sein, sondern auch die Datensammler selber. Eine interessante Vorstellung. Die ganz großen Internetkonzerne und Datensammelstellen Amazon, Facebook, Google und Co verfügen über globale Datenmengen, die es in sich haben. Wie steht es dann um die Konsequenzen dieser doppelten Transparenz? Wenn Internetkonzerne Einblick in die abgesaugten Daten geben müssen. Die Idee wird in einem Diskussionspapier von der SPD ausgefeilt. Schwachstellen inklusive, aber zumindest eine Überlegung wert.

Der Grundgedanke des Diskussionspapiers besteht darin, dass „Unternehmen mit einer marktdominierenden Stellung ihre Daten in anonymisierter Form der Allgemeinheit und ihren Wettbewerbern zur Verfügung stellen“ sollen. Woher kommt das Interesse für eine derartige Lösungsstrategie? Es entsteht immer mehr Bewusstsein für den enormen Wert unserer Daten. Internetkonzerne haben dies schon vor langer Zeit erkannt und haben derart große Datenmengen auf die Seite geschafft, dass jeder Geheimdienst entweder vor Neid erblassen kann oder sich die Daten einfach bei den ganz Großen holen kann.

Für Daten kaufst du dir die ganze Welt

Diamanten, Gold, Geld, Daten und die uralte Frage steht unsichtbar  im digitalen Raum. Was kostet die Welt?  Daten sind das neue Gold und während sich so manch ein Durchschnitts-User immer noch denkt, dass seine Daten relativ uninteressant und somit wertlos sind, entstehen regelrechte Datenmonopole. Unsere Daten sind eben doch etwas wert. Genau da setzt die Idee der SPD an. Es soll keine Datenmonopole geben. Wie soll die Lösung also aussehen? Facebook und Co sind uns einfach etliche Jahre voraus und Experten im Sammeln und Speichern von Daten.

Hungry eyes

Die tägliche Datenmenge liefert ständig neue Nahrung und die Fütterung läuft bald aus dem Ruder. So manch ein Internetkonzern gleicht einer gierigen Raubkatze, die hungrig alles reißt was ihr entgegenkommt.

Daten sind Gemeingut

Das Diskussionspapier von Andrea Nahles stellt die bisherige Datenstrategie in Frage und pocht darauf, dass es  „digitalen Fortschritt durch ein Daten-Für-Alle-Gesetz“ geben kann. Mit echter Innovation möchte man zu großer Marktmacht entgegenwirken. Einer der Grundgedanken der Lösungsstrategie besteht darin, dass etliche nicht-persönliche Daten als Gemeingut betrachtet werden können und also allen zur Verfügung stehen sollten. Als Beispiel gelten Mobilitäts- und Geodaten. Sie können theoretisch auf sicheren und vertrauenswürdigen Datenräumen zugänglich gemacht werden.

Bares für deine Daten?

Auch diesen Ansatz gibt es bereits. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom machte unlängst den Vorschlag, dass Konzerne wie Google und Facebook die User für ihre Daten bezahlen sollten. Man sieht also, dass die Politik die Notwendigkeit einer Regelung für das unkontrollierte Wirken der Datenkonzerne erkannt hat. Für die bereits gesammelten Daten dürfte so manch eine Initiative bereits zu spät sein, aber die Daten zukünftiger User gehen vielleicht nicht so billig her.

Fazit

Datenmonopole bergen ein gewisses Risiko für die gesamte Gesellschaft. Die Tendenz, dass alle  Daten bei einigen wenigen Sammlern landen, ist umstritten und macht uns zu einem Kollektiv, das sich transparent, willig und manipulierbar steuern lässt. Der Nutzen? Mehr Geld und Macht für Internetkonzerne. Füttere die Raubkatzen nur wenn es absolut notwendig ist und verzichte auf die permanente Datenpreisgabe. Schütze deine Daten!

Quelle: ZDNet.com; Foto: pixabay.com

Zusammenfassung
Was wäre, wenn wir Amazon, Facebook und Google in die Daten schauen könnten?
Artikel Name
Was wäre, wenn wir Amazon, Facebook und Google in die Daten schauen könnten?
Beschreibung
Datentransparenz für die ganz großen Fische. Nicht nur der normale User soll gläsern sein, sondern auch die Datensammler selber. Eine interessante Vorstellung. Die ganz großen Internetkonzerne und Datensammelstellen Amazon, Facebook, Google und Co verfügen über globale Datenmengen, die es in sich haben. Wie steht es dann um die Konsequenzen dieser doppelten Transparenz? Wenn Internetkonzerne Einblick in die abgesaugten Daten geben müssen. Die Idee wird in einem Diskussionspapier von der SPD ausgefeilt. Schwachstellen inklusive, aber zumindest eine Überlegung wert.
Author
Veröffentlicher
vpn-blog.de
Logo

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Anwendungen
In Kürze neu bei Surfshark VPN: BlindSearch™ & HackLock™

In Kürze neu bei Surfshark VPN: BlindSearch™ & HackLock™

Surfshark VPN hat in den letzten Monaten viel von sich hören lassen. 2018 erst gegründet, sorgt der supergünstige Anbieter regelmäßig für weitere Verbesserungen seiner Services. Beliebte Funktionen wie CleanWeb oder Whitelister sollen nun Zuwachs bekommen: Mit BlindSearch™ und HackLock™ erhalten die User zukünftig noch mehr für ihr Geld. Ein wenig dauert es zur Veröffentlichung zwar noch, wir haben aber direkt mit den Surfshark Machern gesprochen und einige spannende Details über die geplanten Features und ihre Vorteile herausgefunden. Und die wollen ...
Weiterlesen …
Angst, dass dein Smartphone & Co an der US-Grenze durchsucht wird? Dann beachte unsere 5 Tipps!

Angst, dass dein Smartphone & Co an der US-Grenze durchsucht wird? Dann beachte unsere 5 Tipps!

Grenzbehörden greifen immer drastischer in unsere Privatsphäre ein: Letztes Jahr führten US-Beamte über 33.000 Durchsuchungen von Geräten durch – ohne entsprechenden Durchsuchungsbefehl. Drei Jahre zuvor waren es nur 8.000. Untersuchungen zeigen, dass Beamte nahezu unbegrenzte Autorität haben, die Geräte von Reisenden an Grenzen zu durchsuchen. Die dabei gewonnenen Informationen können bis zu unglaublichen 75 Jahren gespeichert werden! Weitaus dramatischer ist aber die Tatsache, dass die Behörden deine Geräte auch nach Informationen über all jene Personen durchforsten kann, mit denen du ...
Weiterlesen …
/ / Politik, Überwachung
Du willst ein Visum für die USA? Dann musst du deine Social Media-Accounts offen legen!

Du willst ein Visum für die USA? Dann musst du deine Social Media-Accounts offen legen!

Die USA halten generell nicht viel von Privatsphäre. Schon gar nicht, wenn es um ausländische Besucher geht. So müssen alle jene, die ein Visum für die USA brauchen, ab sofort auch Auskunft zu ihren E-Mail- und Social-Media-Konten geben – verpflichtend! Sonst heißt es Draußenbleiben. Esta-Einreisen betrifft das aber nicht. Wieder einmal wird die „nationale Sicherheit“ vom US-Außenministerium für die Maßnahmen vorgeschoben, die bereits seit 2018 im Gespräch war. Diese heiligt alle Mittel – Überwachung etc. Wenn du ein US-Visum benötigst ...
Weiterlesen …
/ / Datenschutz
Klage wegen Cambridge Analytica Datenskandal: Facebook sieht keine Verletzung der Privatsphäre seiner User

Klage wegen Cambridge Analytica Datenskandal: Facebook sieht keine Verletzung der Privatsphäre seiner User

Erinnerst du dich noch an den großen Facebook Datenskandal rund um Cambridge Analytica? Dieser hat letztes Jahr für ordentlich Wirbel gesorgt. Einige User wollten sich die Datenweitergabe von Facebook nicht gefallen lassen und haben eine Sammelklage angestrengt. Klar, dass Facebook alles ganz anders sieht. Der Konzern meint doch tatsächlich, dass die Privatsphäre der Nutzer durch den Datenskandal nicht verletzt wurde … Als 2018 der Skandal rund um Cambridge Analytica und die damit verbundene unrechtmäßige Weitergabe von Nutzerdaten bekannt wurde, haben ...
Weiterlesen …
Wird geladen...