Was haben die Daten von Bodycams auf Amazon-Servern zu suchen?

Die deutschen Bundesbehörden haben keine eigenen Speicherkapazitäten, so heißt es. Daher geht die Bundespolizei einen etwas anderen Weg, um ihre Daten zu sichern. Doch die gefundene Lösung steht heftig in der Kritik. Denn die Bundespolizei speichert sensible Aufnahmen von eingesetzten Bodycams auf Servern von Amazon. Hierbei handelt es sich um Aufnahmen, welche von Körperkameras während eines Einsatzes aufgenommen werden. Diese Kameras haben die Funktion, im Einsatz mögliche Übergriffe auf Polizisten zu verhindern, da die Bodycams abschreckend wirken sollen. Abgespeichert werden die Daten jedoch nur, wenn es auch tatsächlich zu einem Angriff in der Öffentlichkeit kommt.

Amazon sei aus Sicherheitsgründen die einzige Lösung

Die Bundesbehörde ist für viele verschiedene Bereiche zuständig. Unter anderem für die Sicherheit an Flughäfen oder auch im Bahnverkehr. Aber auch die Bekämpfung von Kriminalität oder die Sicherung unserer Grenzen zählt zu ihren Aufgaben.

Wie die Behörde verlauten lässt, sei dies im Moment die einzige Möglichkeit, um die Daten ordnungsgemäß zu sichern. Dies deshalb, da nur der Internetriese aus den USA hier in Deutschland über eine entsprechende Cloudlösung verfügen würde, welche auch vom Bundesamt für Sicherheit als sicher eingestuft worden sei. Die Daten seien zwar verschlüsselt und würden auch nur auf deutschen Servern abgelegt. Auch die deutschen Sicherheitsstandards würden eingehalten. Dennoch hagelt es Kritik, unter anderem auch deshalb, da überhaupt nicht klar sei, ob die Bundesbehörden in den USA unter Umständen auf diese Daten zugreifen können.

Herausgefunden hatte dies der FDP-Abgeordnete Benjamin Strasser durch eine demensprechende Anfrage beim Polizeipräsidenten. Benjamin Strasser fordert nun auch vehement, es müsse möglich sein, dass Behörden in Deutschland selbst in der Lage sind, solche Speicherkapazitäten zur Verfügung zu stellen, ohne dass auf einen externen amerikanischen Dienstleister zurückgegriffen werden müsse.

Anders läuft es in Baden-Württemberg

Das diese Forderung durchaus im Bereich des Möglichen liegt, wird nun durch ein Beispiel aus Baden-Württemberg klar. Denn dort wurden vor einiger Zeit besagte Bodycams eingeführt. Im Laufe des Jahres solle jede Streife mit solch einer Kamera ausgestattet werden. In Baden-Württemberg werden die aufgenommenen Videos aber nicht in einer Cloud gespeichert, sondern lokal auf einem Rechner, ohne eine direkte Verbindung zum Internet. So ist ein Zugriff auf die Daten von außerhalb nicht möglich. Dies erklärte Stefan Brink, der Landesdatenschutzbeauftragter des Landes Baden-Württemberg beim SWR auf Nachfrage.

Hier darf die Frage gestattet sein, warum das, was in Baden-Württemberg so gut klappt, nicht auch bei der Bundespolizei machbar sein sollte. Man darf sehr gespannt sein, wie es in dieser Sache weiter geht.

Quelle: tagesschau.de; Foto: pixabay.com

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Die deutschen Bundesbehörden haben keine eigenen Speicherkapazitäten, so heißt es. Daher geht die Bundespolizei einen etwas anderen Weg, um ihre Daten zu sichern. Doch die gefundene Lösung steht heftig in der Kritik. Denn die Bundespolizei speichert sensible Aufnahmen von eingesetzten Bodycams auf Servern von Amazon. Hierbei handelt es sich um Aufnahmen, welche von Körperkameras während eines Einsatzes aufgenommen werden. Diese Kameras haben die Funktion, im Einsatz mögliche Übergriffe auf Polizisten zu verhindern, da die Bodycams abschreckend wirken sollen. Abgespeichert werden die Daten jedoch nur, wenn es auch tatsächlich zu einem Angriff in der Öffentlichkeit kommt.
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