Gesundheits-Apps teilen heimlich deine intimsten Daten mit Facebook

Hast du das auch schon erlebt? Kaum hast du den Entschluss gefasst, deinen Kilos den Garaus zu machen und etwas mehr Bewegung in dein Leben zu bringen, fällt dir Werbung bei Facebook auf, die dir Diät- und Fitnessprodukte empfiehlt? Zufall? Selektive Wahrnehmung? Oder Telepathie? Weit gefehlt! Vielmehr kann es sein, dass deine hilfreiche App eine kleine, gemeine Petze ist und System dahinter steckt!

Facebook-Status: Ganz schön dick geworden

Es ist heutzutage üblich, sich sein Diät- oder Fitnessvorhaben mit einer App zu versüßen und zu erleichtern. Du fütterst die App mit Informationen wie deinem Körpergewicht, deinem Ziel, lässt dich von einem Schrittzähler für das Smartphone auf Trab bringen. Aber woher weiß Facebook nun, dass du einen Durchhänger hast und die Werbung für die Beauty-Klinik irgendwie verlockend findest? Das Geheimnis sind Plugins, die viele Software-Entwickler installieren. Wie das Wall Street Journal nun aufgedeckt hat, landen deine Daten dadurch taufrisch im sozialen Netzwerk, damit du dort nach Strich und Faden von vermeintlich passender Werbung verwöhnt werden kannst.

Pure Herzensgüte, Unwissenheit oder einfach nur Dreistigkeit?

Bezeichnend ist, dass sowohl Facebook als auch die App-Entwickler ihre Hände in Unschuld waschen. Auf Nachfrage hieß es von den Verantwortlichen des sozialen Netzwerks, dass ein Teilen seiner sensiblen Daten mit einer Gesundheits-App nicht ratsam sei. Ach, echt jetzt? Wie nett, dass so auf unsere Sicherheit geachtet wird. Die Reklame für den besten Blutdrucksenker oder die feschen Kompressionsstrümpfe gibt es selbstverständlich trotzdem. Sicher ist eben sicher! Die Entwickler hingegen schränken nun flugs die Plugins ein, damit weniger Daten abgegriffen werden. So sorgt Flo Health nun dafür, dass nicht mehr das komplette Nutzerprofil nebst Geräte-ID als Rundum-Sorglos-Paket bei Facebook zum Abgleich landet. Macht Sinn, schließlich ist man ganz Profi!

Und nun?

Das ist eine gute Frage. Du solltest diese Nachricht nun natürlich nicht zum Anlass nehmen, deine Kniebeugen-Challenge abzubrechen und den Spaß an der Sache zu verlieren. Da es aber um hoch sensible Daten geht, war es wichtig, die Katze aus dem Sack zu lassen. Wenn Facebook schon vor deinem Mann weiß, dass du schwanger bist oder dir ein Video über deine Herzfrequenz dreht, damit du es nur noch teilen musst, dann ist nicht mehr von einer Bagatelle die Rede. Es geht nicht darum, dass Mark Zuckerberg dein Gewicht kennt, sondern um deine Sicherheit. Unsportliche, Moppelige, Low-Carb-Essende – alle haben ein Recht auf Privatsphäre und sind doch bitteschön wenigstens zu informieren, wem sie da gerade Mitteilung über ihren Gesundheitszustand erstatten. In dem Sinne: Durchhalten, aber immer mit offenen Augen!

Quelle: golem.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:4. März 2019

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