Illegales Filesharing: Wenn Internetpiraten in See stechen und ihre Anonymität verlieren

Internetpiraterie ist wie einst echte Piraterie. Irgendwie wild und romantisch, ein Hauch von Gefahr und immer geht es um einen Schatz. Genau diesen Schatz wollen sich viele Rechteinhaber nicht mehr einfach wegnehmen lassen. Man hat den Internetpiraten den Kampf angesagt. Schatz stehlen, Schiff ablegen und in den Weiten des Meeres verschwinden – all dies soll nun nicht mehr so einfach möglich sein. In Irland hat man Maßnahmen gesetzt: Illegales Filesharing muss geahndet werden. Jahrelang hat man sich dafür eingesetzt, dass die Täter bestraft werden.

Internetanbieter gegen Rechteinhaber

Der Kampf wurde meist nicht direkt gegen die verantwortlichen Piraten ausgetragen. Vielmehr ging es Internetprovider gegen Rechteinhaber. Letztere verlangten, dass die Provider die Aktivitäten ihrer User überwachen sollten. Diese Forderung wurde 2015 für den Internetanbieter Virgin Media, ehemals UPC, von einem Höchstgericht abgelehnt.

Strike!

Im Juli dieses Jahres traf man sich wieder vor dem Höchstgericht und der Kampf wurde wieder aufgenommen. Es ging Rechteinhaber gegen Sky. Strike! Sky ging rasch auf die Forderungen ein. Die Three-Strikes-Lösung wurde akzeptiert. Diese wird beispielsweise auch von Eircom erfolgreich eingesetzt. Wenn ein Rechteinhaber illegales Filesharing bemerkt, kann er sich an den Provider wenden. Dieser kontaktiert den Nutzer und verwarnt ihn.

Adieu, geliebte Anonymität

Internetpiraten sind nicht länger anonym. Und genau da liegt die Antwort. Ohne Anonymität macht Internetpiraterie gleich nicht mehr so viel Spaß. Wenn der Provider Internetpiraten verwarnt, stellen sie ihre illegalen Aktivitäten meist ganz bald ein. Nach der dritten Mahnung erhält der Rechteinhaber die Kontaktdaten des Täters und kann eventuell gerichtliche Schritte gegen ihn einleiten.

FAZIT: Piraterie hat längst ihren Zauber verloren und auch im Internet ist sie mancherorts nicht länger erwünscht. Klare Regeln und effektive Maßnahmen gegen Piraten. Dass es möglich ist, hat Irland gezeigt.

Quelle: Standard Online; Foto: pixabay.com

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