If you’re going to San Francisco – strenge Zeiten für die Gesichtserkennung

In San Francisco hat sich der Demokrat Aaron Peskin gegen den Einsatz von Gesichtserkennung stark gemacht. Auch für andere Überwachungstechnologien soll es strikte Regeln geben. Zu diesem Zweck bringt der engagierte Politiker eine Surveillance-Verordnung in den Stadtrat ein. Überwachung darf nicht mehr einfach so geschehen. Es muss angesucht werden. In der Folge ist darauf einzugehen, ob die Privatsphäre verletzt wird oder nicht.

Wie ist das in Deutschland? Es gibt keine analogen Initiativen auf Kommunalebene. Das Gesetz ist das Gesetz und  lässt keinen Spielraum. Und doch scheint es irgendwie überall ein bisschen anders zu sein.

If you’re going to Berlin or Hamburg

Da kannst du unter Umständen mit Gesichtsüberwachung rechnen. Diese wurde am Bahnhof Südkreuz getestet. Das ist Bundterrain. In Hamburg wurden auch bereits Gesichter erkannt. Anscheinend ohne rechtliche Grundlage. Dazu später mehr.

Dein Gesicht gehört dir

Jetzt im Ernst! Überwachung ist oftmals das kleinere Übel, wenn der Erhalt der öffentlichen Sicherheit auf dem Spiel steht. Dennoch fragt man sich, ob Gesichtserkennung einen Schritt zu weit geht. Datenschützer sehen darin jedenfalls ein großes Problem. Biometrische Daten auf Knopfdruck, Bewegungsprofile  ganzer Städte. Dann noch die Einschränkung des Versammlungsrechts und last but not least macht auch die liebe Gesichtserkennung eine Menge Fehler.

Ooops i did it again – bugs, die an die Substanz gehen

Erinnerst du dich noch an die chinesische Geschäftsfrau, deren Bild auf einem Bus für eine Menge Unruhe sorgte. Sie wurde deshalb für eine Verbrecherin gehalten. Weiters gibt es wohl die Tendenz, dass die Gesichtserkennungs-Software schwarze Frauen teilweise als Männer identifiziert. Das Problem ist bekannt. Ein Mangel an Referenzmaterial oder sind die Algorithmen einfach zu “dumm”? Ein fataler Fehler, der extreme Verwirrung auslösen kann. Im schlimmsten Fall können ganze Existenzen ruiniert werden. Das System ist fehlerhaft.

Keine rechtliche Grundlage?

In Hamburg wurde Gesichtserkennung genützt um beispielsweise großangelegte Demonstration mit eventuellem Gewaltpotential gezielt im Auge behalten zu können. Etwaige Gefahren für die Bevölkerung und deren Verursacher können so sofort identifiziert werden. Leider hat diese Methode wohl keine rechtliche Grundlage und ist untersagt worden. Die Hamburger Polizei sieht das nicht ein und wendet die Technik weiter an. Nicht ganz eigenmächtig natürlich, sondern mit einem partiellen politischen OK.

Fazit

Privatsphäre versus Sicherheit. Gesichtserkennung ist in vielen Bereichen unangebracht und fehlerhaft. Der Sicherheitsaspekt ist jedoch nicht außer Acht zu lassen. Wie sieht es aus, wenn dein Gesicht bei einer Massenveranstaltung biometrisch erfasst wurde, aber dafür ein gefährlicher Straftäter gefasst werden konnte? Dein Leben konnte gerettet werden. Pfeifst du da nicht auf die Privatsphäre? Diese Art der Überwachung wird noch lange ein heikles Thema bleiben. Dein Gesicht gehört immer noch dir. Schütze deine Daten!

Quelle: netzpolitik.org; Foto: pixabay.com


Erstellt am:11. Februar 2019

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Überwachung
Alexa im Home Office?

Alexa im Home Office? Schlechte Idee!

Wenn du momentan (wie sehr viele Menschen) von zu Hause arbeitest, können nicht nur Kinder & Co zum Störfaktor werden. Viel schlimmer: Da du oft auch vertrauliche Firmenagenden via Telefonkonferenz etc. besprichst, könnten dir Spione in den eigenen vier Wänden zum Verhängnis werden. Denn: Alexa und andere smarte Speaker hören mit! Wie Spionage-sicher ist dein Zuhause? Dieser Tipp kommt von einer Berufsgruppe, die sich mit Firmeninternat und geheimen Dokumenten auskennt: Anwälten. Normalerweise verschanzen sie sich in ihren Büros und reden ...
Weiterlesen …
/ / Überwachung
Airbnb Überwachung für weniger Lärm

Airbnb Überwachung zur Lärmvermeidung

Wilde Partys, wütende Nachbarn. Das steht bei Airbnb und ähnlichen Vermietern immer wieder mal am Programm – und verleiht den Unternehmen ein schlechtes Image. Dagegen möchte Airbnb nun mit einer Art Airbnb Überwachung vorgehen: Ein eigenes Gerät misst das Lärmaufkommen und warnt ab einem gewissen Wert den Unterkunftsbesitzer per App oder SMS. Airbnb Überwachung Beeinträchtigung des Datenschutzes? Das Gerät wird von Airbnb verkauft. Es soll lediglich warnen, nicht aber aufzeichnen. Trotzdem sehen Datenschützer das Angebot sehr kritisch. Auch wenn ein ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein, Überwachung
Apples Siri aktiviert sich automatisch

Siri & Co nehmen dich bis zu 19 Mal am Tag auf!

Es ist immer wieder die Rede davon, dass sich Siri, Alexa und andere Echos einfach von selbst aktivieren. Eine Universitätsstudie zeigt nun, dass das tatsächlich so ist – und hat auch gleich erhoben, wie oft Alexa mal eben so zuhört. Du schaust gerade fern und lachst über den idiotischen Bachelor, als plötzlich eine Stimme ertönt: „Heute erwarten wir Temperaturen von 20 Grad.“ Hoppla? Was war das denn? Apples Siri natürlich. Oder Amazons Alexa. Oder wen auch immer du zuhause als ...
Weiterlesen …
/ / Überwachung
Amazon Alexa

Amazon Alexa ausgetrickst: Armband soll vor Spionage schützen

Es ist immer wieder Thema, dass Amazon Alexa & Co uns belauschen. Das geht aber nur, wenn ihr Mikrofon funktioniert. Genau hier setzen nun Wissenschafter an. Sie haben ein Armband entwickelt, dass die Mikros von smarten Aufnahmegeräten „taub“ machen. Amazon Alexa als Spion im Büro? Entstanden ist die Idee aus einem sehr nachvollziehbarer Situation, die sicherlich auch einige von euch sehr gut nachvollziehen können. Denn Wissenschafter Ben Zhao wollte sich unbedingt einen Amazon Echo anschaffen. Einfach nur zum Musik hören ...
Weiterlesen …
Wird geladen...