Hacken will gelernt sein: Erster deutscher Masterstudiengang für Geheimdienste

An der Bundeswehr-Universität in München startet ein Master-Studiengang für Nachrichtendienst-Mitarbeiter und Soldaten. Dazu führten der große Bedarf an IT-Experten und die zunehmende Wichtigkeit von Cybersicherheit.

Master of Intelligence and Security Studies (MISS) heißt der neue Studiengang, der ab sofort zusammen von der Bundeswehr-Universität und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in München angeboten wird. Die neue akademische Ausbildung hat zum Ziel, nachrichtendienstliche und sicherheitsbezogene Aspekte zu verknüpfen, betont der Beauftragte der Bundesregierung für die Nachrichtendienste des Bundes, Staatssekretär Johannes Geismann.

So wird man zu einem 007-Agenten

Im ersten Semester sollen 60 bis 70 Studenten mit dem MISS-Studium starten, so der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, in einer Bundestagsanhörung. Für diesen Master-Studiengang können nur Mitarbeiter von deutschen Nachrichtendiensten zugelassen werden, d. h. von Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz oder Militärischem Abschirmdienst. Weitere Studienplätze stehen für Offiziere der Bundeswehr oder Beamte zur Verfügung, zum Beispiel vom Bundeskriminalamt.

Von den Studierenden wird eine Sicherheitsüberprüfung der höchsten Stufe verlangt. Diese erhalten aber eben nur Mitarbeiter der erwähnten Dienste. Der Grund dafür ist, dass die Vorlesungen und Seminare u. a. auch echtes Geheimmaterial behandeln oder Techniken der Geheimdienste erklären, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Je nach Studienschwerpunkt wird am Ende ein „Master of Arts“ (M.A.) oder ein „Master of Science“ (M.Sc.) als akademischer Abschlussgrad im Fachgebiet „Intelligence and Security Studies“ verliehen, teilt die Bundesregierung mit.

Der neue Studiengang, die neuen Disziplinen

Das neue Studium orientiert sich an Vorbildern aus Großbritannien und den USA. Ziel ist eigentlich, die Professionalisierung der nachrichtendienstlichen Ausbildung und Forschung weiter voranzutreiben. Dabei geht es auch darum, dass sich die Mitarbeiter in Zukunft besser vernetzen. Also steht neben allen anderen Disziplinen auch die Beschäftigung mit ethischen Fragen am Programm. So werden den Studierenden neben nachrichtendienstlicher und militärischer Praxis sowohl Fach- als auch Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen vermittelt.

Die Ausbildung an der Universität der Bundeswehr wird zusätzlich mit Bereichen wie Big-Data-Analyse, Cyber-Sicherheit und internationale Politik ergänzt.

Ob auf diesem Wege die Staatshacker von morgen cyberfit gemacht werden können? Wir hoffen es!

Quelle: golem.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:22. Januar 2019

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

/ / Überwachung
Alexa im Home Office?

Alexa im Home Office? Schlechte Idee!

Wenn du momentan (wie sehr viele Menschen) von zu Hause arbeitest, können nicht nur Kinder & Co zum Störfaktor werden. Viel schlimmer: Da du oft auch vertrauliche Firmenagenden via Telefonkonferenz etc. besprichst, könnten dir Spione in den eigenen vier Wänden zum Verhängnis werden. Denn: Alexa und andere smarte Speaker hören mit! Wie Spionage-sicher ist dein Zuhause? Dieser Tipp kommt von einer Berufsgruppe, die sich mit Firmeninternat und geheimen Dokumenten auskennt: Anwälten. Normalerweise verschanzen sie sich in ihren Büros und reden ...
Weiterlesen …
/ / Überwachung
Airbnb Überwachung für weniger Lärm

Airbnb Überwachung zur Lärmvermeidung

Wilde Partys, wütende Nachbarn. Das steht bei Airbnb und ähnlichen Vermietern immer wieder mal am Programm – und verleiht den Unternehmen ein schlechtes Image. Dagegen möchte Airbnb nun mit einer Art Airbnb Überwachung vorgehen: Ein eigenes Gerät misst das Lärmaufkommen und warnt ab einem gewissen Wert den Unterkunftsbesitzer per App oder SMS. Airbnb Überwachung Beeinträchtigung des Datenschutzes? Das Gerät wird von Airbnb verkauft. Es soll lediglich warnen, nicht aber aufzeichnen. Trotzdem sehen Datenschützer das Angebot sehr kritisch. Auch wenn ein ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein, Überwachung
Apples Siri aktiviert sich automatisch

Siri & Co nehmen dich bis zu 19 Mal am Tag auf!

Es ist immer wieder die Rede davon, dass sich Siri, Alexa und andere Echos einfach von selbst aktivieren. Eine Universitätsstudie zeigt nun, dass das tatsächlich so ist – und hat auch gleich erhoben, wie oft Alexa mal eben so zuhört. Du schaust gerade fern und lachst über den idiotischen Bachelor, als plötzlich eine Stimme ertönt: „Heute erwarten wir Temperaturen von 20 Grad.“ Hoppla? Was war das denn? Apples Siri natürlich. Oder Amazons Alexa. Oder wen auch immer du zuhause als ...
Weiterlesen …
/ / Überwachung
Amazon Alexa

Amazon Alexa ausgetrickst: Armband soll vor Spionage schützen

Es ist immer wieder Thema, dass Amazon Alexa & Co uns belauschen. Das geht aber nur, wenn ihr Mikrofon funktioniert. Genau hier setzen nun Wissenschafter an. Sie haben ein Armband entwickelt, dass die Mikros von smarten Aufnahmegeräten „taub“ machen. Amazon Alexa als Spion im Büro? Entstanden ist die Idee aus einem sehr nachvollziehbarer Situation, die sicherlich auch einige von euch sehr gut nachvollziehen können. Denn Wissenschafter Ben Zhao wollte sich unbedingt einen Amazon Echo anschaffen. Einfach nur zum Musik hören ...
Weiterlesen …
Wird geladen...