Digitalisierung geht vor! Wie gut werden Gesundheitsdaten im Netz geschützt?

E-Health: Krisenstimmung nach dem Megadatenleak. Jetzt sind alle wach und hellhörig. Wie sicher sind unsere Daten im Netz? Nicht sicher. Das wussten wir doch bereits vor den erschreckenden Offenbarungen durch das letzte Datenleak. Ein 20jähriger Autodidakt hat private Informationen und Details von Politikern und Prominenten ins Netz gestellt. Nun macht man sich in Deutschland Sorgen um die Sicherheit von Gesundheitsdaten.

Die gute alte Transparenz

Wir sind zu gläsernen Menschen geworden und  der Prozess zur absoluten Transparenz ist noch nicht vollendet. Die Digitalisierung hat viele Vorteile gebracht und ein schnelleres sowie effizienteres Arbeiten möglich gemacht. Sie hat aber auch ihre Schattenseiten.

Verstaubte Ordner waren gestern

Es ist natürlich praktisch, wenn man nicht stundenlang in irgendwelchen verstaubten Ordnern nach vergilbten Blättern suchen muss. Die Digitalisierung hatte schon immer ihre Berechtigung und vor allem im Gesundheitswesen wurde aufgeatmet. Adieu Karteikarten suchen, finden und wieder einordnen. Alle Informationen sind fein säuberlich und jederzeit abrufbar. Auf Knopfdruck!

Was ist aber nun, wenn unsere Daten im Netz von Cyberkriminellen abgesaugt, verkauft oder veröffentlicht werden? Das ist weniger schön. Vor allem im Gesundheitsbereich haben wir es mit hoch sensiblen Daten zu tun und es ist uns oftmals gar nicht bewusst was ein Datenleak hier bedeuten würde. Es gibt nicht umsonst ein Arztgeheimnis. Unsere Gesundheit ist Privatsache. Ab 2021 soll es in Deutschland eine teils sehr umstrittene elektronische Patientenakte für die Patienten geben. Pragmatisch und gefährlich zugleich.

Extraportion Sicherheit

Um diese Daten zu sichern, sollen ähnliche Vorkehrungen wie beim Onlinebanking getroffen werden. Die Akte muss von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte  zugelassen werden. Smartphone und Tablet garantieren bequemen Zugriff. Gegen kritische Stimmen, die in Anbetracht des letzten Datenskandals wieder lauter werden, gibt es beruhigende Worte. Die Server stehen doch alle in Deutschland und im Gesundheitswesen gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Auch die App Vivy, die bereits im Einsatz ist und von verschiedenen Krankenversicherungen angeboten wird, dient dazu Befunde und Laborwerte rasch zugänglich zu machen. Alles sensible Daten.

Die Telematikinfrastruktur wird weiter ausgebaut

Neben der Einführung der elektronischen Patientenakte sind noch weitere Digitalisierungsschritte in Planung. Sprechstunden per Video, elektronische Notfalldaten und Medikationsplan.

Gegen Sicherheitslücken gibt es keine Garantie

Was geschieht, wenn die Daten in falsche Hände geraten? Dies sei nicht zu befürchten, wird immer wieder betont. Das hat man sich vor dem letzten Datenleak bestimmt auch gedacht. Im Falle eines Leaks, sind die Daten im schlimmsten Fall für immer im Netz.

FAZIT

Die Vernetzung des Gesundheitswesens und der Ausbau der Telematikinfrastruktur ist effizient und zeitgemäß. Der medizinische Nutzen lässt sich nicht abstreiten. Doppeluntersuchungen können vermieden und das Risiko von Behandlungsfehlern kann drastisch minimiert werden. Die  Sicherheit unserer Daten nützt uns auch herzlich wenig, wenn wir dafür aufgrund eines Informationsdefizits seitens des behandelnden Arztes sterben. Wie auch immer die Sicherheitsvorkehrungen geartet sind und wo die Server auch stehen mögen, ein ungewisser Faktor bleibt bestehen. Wir haben immer wieder gesehen, dass überall Sicherheitslücken lauern. Und es gibt sowohl erfahrene Experten als auch Schüler, die sie finden. Wo ein Netz, da ein Weg. Schütze deine Daten!

 Quelle: Standard.at; Foto: pixabay.com


Erstellt am:22. Januar 2019

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