Gar nicht harmlos: „Böses“ USB-Kabel erlaubt Hackern Zugriff auf deinen PC

Wir haben ja schon immer vermutet, dass es manche Technologien nicht gut mit uns meinen. Diese Erkenntnis wird jetzt bestätigt: Denn ein Sicherheitsforscher hat nun ein präpariertes USB-Kabel enthüllt, das tatsächlich Böses im Schilde führt. Das wirklich harmlos aussehende Kabel kann nämlich dazu dienen, Befehle an deinen damit verbundenen PC zu schicken.

Falls du bisher der Meinung warst, ein USB-Kabel anzustecken sei keine große Sache: Fehlanzeige! Denn wenn ein Hacker dein Kabel manipuliert hat, könnte Schlimmes passieren. Diesen Sonntag demonstrierte Sicherheitsforscher Mike Grover, welche Gefahren von einem manipulierten und damit „bösartigen“ USB-Kabel ausgehen können. Es ist nämlich in der Lage, von einem nahen Smartphone Befehle annehmen und sie auf dem verbundenen PC ausführen.

Computer erkennt Kabel als Human Interface Device

Wie Grover das geschafft hat? Eigentlich ganz einfach. Das Kabel ist beileibe kein Hightech-Wunderding sondern Standard. Der Forscher hat aber in einen der Anschlüsse einen WiFi-Chip gesteckt. Ahnungslose User glauben, sie haben nur ein Kabel an ihren PC angeschlossen. Aber in Wirklichkeit erkennt der Computer das Kabel als Human Interface Device wie eine Maus oder eine Tastatur.

In dem Video, das Grover upgeloadet hat, zeigt er die Attacke live. Darin steckt er das Kabel an ein MacBook. Dann verwendet er sein Smartphone, um den Laptop auf eine böswillige Google-Login-Webseite zu locken, die im Geheimen das Passwort des Opfers abgreift.

Auf allen Betriebssystemen möglich

In einem Twitter-Interview sagte der Forscher, dass der USB-Kabelangriff auf Windows, Mac, Linux und iOS funktioniert. Alles, was ein Hacker tun muss, ist sein Opfer zum Anstecken des Kabels zu überreden. Beispielsweise über Social Engineering, das ja heute gang und gäbe ist – und leider immer wieder Erfolge verbucht.

Funktioniert wie jede Tastatur und Maus

„Es funktioniert wie jede Tastatur und Maus auf einem Sperrbildschirm. Du kannst tippen und die Maus bewegen,“ so Grover. „Wenn du Zugriff auf ein Passwort erhältst, kannst du den PC entsperren.“ Das gleiche Kabel ist auch in der Lage, das betroffene Gerät durch die Simulation winziger Cursor-Bewegungen daran zu hindern, in den Ruhezustand zu gehen.

Zusätzlich kann das bösartige USB-Kabel dazu programmiert werden, sich nicht nur mit einem nahen Smartphone zu verbinden, sondern auch mit einem Netzwerk wie einem WLAN oder Hotspot. Damit könnte die Attacke natürlich noch ausgeweitet und verschlimmert werden.

Verkauf der bösen USB-Kabel geplant

Um das Kabel zu präparieren verwendete Grover eine CNC milling machine im Wert von knapp 1.000 Dollar, um den notwendigen WiFi-Chip herzustellen. Er plant nun, weitere bösartige USB-Kabeln zu produzieren und zu verkaufen. Was das Teil kosten wird, ist noch nicht klar.

Gefahrenbewusstsein erhöhen

Wie bitte? Und das gibt er einfach so zu? Der Sicherheitsforscher möchte das nicht zugunsten von Hackern tun, sondern um die Öffentlichkeit aufzurütteln: „Attacken lebendig zu veranschaulichen schafft bei einem größeren Publikum ein höheres Gefahrenbewusstsein,“ so Grover zu PCMag. „Wenn dieses Kabel in die Hände anderer Forscher gelangt, können neue Versuche angestellt und Angriffe analysiert werden. Am Ende führt das Ganze zu erhöhter Sicherheit.“

Pass auf bei USB-Geschenken!

Grovers neuer Angriff ist eine Erinnerung daran, dass du bei „geschenkten“ USB-Geräten aus unbekannten Quellen vorsichtig sein solltest. Um dich zu schützen, könntest du dir ein USB Kondom zulegen. Dieses erlaubt einem verbunden UBS-Kabel oder Gerät nur, Strom mit deinem Computer auszutauschen. Nicht aber Daten. Leider gibt es laut Experten Grover noch keine Warnfunktion, die direkt ins Gerät inkludiert ist.

Dir bleibt also nur eines: Wachsam sein! Und schon wie als Kind keine Zuckerln oder USB-Sticks von Fremden annehmen!

Quelle: pcmag.com; Foto: pixabay.com


Erstellt am: 28. Februar 2019

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