Bildschirmfüllende Werbung durch Adware: 85 Apps im Google Play Store betroffen

Es wird immer wieder empfohlen, nur offizielle App-Stores zu nutzen, um die Gefahr von Malware & Co zu reduzieren. Leider gab es bis vor Kurzem aber auch im Google Play Store 85 – millionenfach geladene – Apps, die einen Schadcode beinhalteten. Die betroffenen User erhielten als ärgerliches „Geschenk“ Werbung, die über den ganzen Bildschirm eingeblendet wurde. Mittlerweile wurden die Apps aus dem Store entfernt.

Adware ist lästig und obwohl es sie schon so lange gibt, ist sie einfach nicht in den Griff zu bekommen. Trend Micro hat nun wieder eine neue Adware-Attacke namens „AndroidOS_HidenAd“ entdeckt. Diese Adware befindet bzw. befand sich in 85 Gaming- und TV-Fernbedienungs-Apps im Google Play Store. Sie war in der Lage, bildschirmfüllende Werbung zu zeigen, „versteckte” sich vor dem User und lief im Hintergrund weiter. Eine Vielzahl von Android-Usern wurde von der Adware erwischt: Die Fake-Apps wurden weltweit 9 Millionen Mal downgeloadet!

Unklar, wieso Googles Kontrollen versagten

An sich hat der Google Play Store sehr gute Kontrollen, um derartige Fake-Apps erst gar nicht in den Store zu lassen. Zusätzlich zu den strengen Checks führt Google Play Protect auch noch lokal auf den Geräten eine Prüfung installierter Apps durch. Wie sich diese vielen Apps trotzdem einschleichen haben können, ist noch nicht klar.

App „löste sich in Nichts auf“

Besonders beliebt war die App „Easy Universal TV Remote“, sie wurde 5 Millionen Mal installiert und mit 4 Sternen bewertet. Ihr Versprechen war ja auch sehr überzeugend: Mit der App sollte es möglich werden, den Fernseher mit dem Handy zu kontrollieren. Ein Gerät weniger, dass du bei deiner Movie-Night neben dir liegen haben musst. Allerdings: Natürlich brachte die Fake-App nicht den gewünschten Erfolg, wie User Ende 2018 berichteten. Wäre auch zu schön gewesen. Aber eigentliches Ziel der Fake-App war ja die Installation der Adware. Und so berichtete einer der Betroffenen laut einem von Micro Trend publizierten Screenshot, dass sich die App nach dem Download einfach „in nichts auflöste“.

Mit Werbeanzeigen überflutet

Du fragst dich, wie die App dennoch zu den guten Bewertungen kam (immerhin in Summe 130.000)? Auch das haben die Macher sich gut überlegt: Bei der Installation der Fake-App wurde dem User als erstes schon mal eine Werbeanzeige präsentiert. Danach waren Anzeichen der „echten“ App zu sehen. Klickte man darauf, erschien aber wieder Werbung und auch die Info, man möge der App doch 5 Sterne geben. Alles klar? Klickte man weiter immer wieder dasselbe ärgerliche Ergebnis: Werbung, Werbung, Werbung …

Apps verwendeten alle den gleichen Code

Diese Funktionsweise war nicht nur auf „Easy Universal TV Remote“ beschränkt. Laut den Sicherheitsforschern war das Bild bei den weiteren 84 Apps das gleiche – sie verwendeten alle denselben Code. Nach dem ersten Werbungs-Bombardement funktionierten die Apps aber nicht etwa. Sie wurden laut Trend Micro geschlossen und verabschiedeten sich dann auch gleich aus dem App-Drawer. Aber nicht auf Nimmerwiedersehen: In Wirklichkeit arbeiteten die Apps im Hintergrund weiter und zeigten im 15- bis 30-Minutentakt bildschirmfüllende Werbung. Dies machten sie auch, wenn das Handy entsperrt wurde, da die Apps über Zugriff auf den Sperrbildschirm verfügten.

So wirst du die Apps (& die Werbung) wieder los

Die Apps wurden mittlerweile von Google aus dem Play Store entfernt. Solltest du dir eine davon downgeloadet haben, wirst du sie und die ganze Werbeflut ganz einfach wieder los: Der App Drawer scheidet hierfür zwar aus, aber im App-Menü deines Handys hast du nach wie vor die Möglichkeit der Deinstallation.

Quelle: Micro Trend ZDNet.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:11. Januar 2019

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

Spionage Apps auf Smartphone

2 Spionage Apps auf vergünstigten US-Smartphones entdeckt

Eigentlich eine nette Sache: US-Bürger, die nicht so viel Geld haben, können Handys zu einem billigeren Preis kaufen. Jetzt kam allerdings heraus, dass auf einem dieser Android-Phones Spionage Malware vorab installiert ist! Die Experten von Malwarebytes haben besagte Handys nach Meldungen von besorgten Usern untersucht. Fündig geworden sind sie auf dem UMX-Einstiegshandy U683CL mit Android-Betriebssystem. Dieses Handy können US-Bürger im Rahmen eines staatlichen Förderungsprogrammes namens „Assurance Wireless“ günstiger erwerben. Ziel des Programmes ist, dass alle Menschen gleichermaßen soziale Netzwerke und ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
WhatsApp Virus?

WhatsApp Virus 2020: Warnung vor gefährlichem Tobias Mathis echt?

Bei Anruf WhatsApp Virus: Unter diesem Motto soll momentan eine WhatsApp-Nachricht ihr Unwesen treiben. In ihr wird davor gewarnt, einen Kontakt namens „Tobias Mathis“ anzurufen, denn dies könnte sogar die gesamte Festplatt des Handys zerstören. Was hat es mit dieser Warnung wirklich auf sich? Die Privatsphäre und Sicherheit unserer Leser liegt uns am Herzen Entsprechend versorgen wir euch auch mit News zu aktuellen Virenwarnungen oder auch Infos zu Leaks. Besagte „Tobias Mathis“ WhatsApp Virus Nachricht ist allerdings mit Vorsicht zu ...
Weiterlesen …
Online-Games und Internet-Chaträume sollen 2020 stärker beobachtet werden

Online-Games und Internet-Chaträume sollen 2020 stärker beobachtet werden

Was ist der Grund für die verstärkte Beobachtung? Am 9. Oktober 2019 wurden zwei Menschen in einem Kebap-Imbiss von einem Attentäter erschossen. Der Schuldige begründete diese Tat mit rechtsextremen und antisemitischen Gründen und teilte seine Tat sogar auf Twitch. Er sprach von Achievements/Erfolgen, wie man sie von Ego-Shooter und anderen Videospielen kennt. Rechtsextreme Personen nutzen diese Chaträume vermehrt, um ihre Propaganda zu verbreiten. Aus diesem Grund soll man Chaträume und Online-Games zukünftig verstärkt überwachen. Das fordert Innenminister Horst Seehofer. Was ...
Weiterlesen …
/ / Allgemein
Neuer Facebook Leak

Facebook Leak: 276 Millionen Userdaten frei zugänglich im Netz

Und wieder einmal macht Facebook Negativ-Schlagzeilen: Der neueste Facebook Leak betrifft Daten von 276 Millionen Nutzern, die in einer Internet-Datenbank gefunden wurden. Für jeden frei zugänglich und sogar mit sensibelsten Daten wie Telefonnummern! Namen, Telefonnummern etc. Bei Facebook wird auch so kurz vor Heilig Abend kein Weihnachtsfrieden einkehren. Denn Sicherheitsforscher Bob Diachenko hat eine beunruhigende Entdeckung gemacht – den neuesten Facebook Leak! 276 Millionen Daten von Facebook Usern hat Diachenko in einer Internet Datenbank gefunden. Nicht nur Facebook IDs, sondern ...
Weiterlesen …
Wird geladen...