Sicherheitsfalle Smart TV

Wenn du dir einen neuen Fernseher kaufst, wäre ein Smart TV Gerät sicher ganz oben auf der Liste. Sie sind ja auch praktisch: Nicht einfach nur Fernsehen ist damit möglich, sondern sie bieten auch noch jeder Menge andere Features wie Videochats oder das Nutzen von Apps wie YouTube oder Apple TV. Smarte Fernseher haben aber leider auch große Nachteile – und zwar vor allem in Sachen Sicherheit. Warum ein solches Gerät vielleicht doch keine so gute Idee ist, erzählen wir dir im folgenden Artikel.

Regelmäßige Updates? Fehlanzeige!

Mittlerweile haben wir es so oft gehört, dass wir wissen: Stets aktualisierte Software schützt vor Malware, Viren & Co. Gerade Geräte mit Netzzugang sind einem besonderen Risiko von Cyberangriffen ausgesetzt. Hacker haben bei schlecht geschützten Geräten ein leichtes Spiel, z. B. Zugangsdaten etc. zu stehlen oder sich überhaupt Zugang zu verschaffen und Manipulationen durchzuführen. Der einzige Weg, das zu verhindern, sind eben Updates. Nachdem auch ein smarter Fernseher einen „Computer“ integriert, sollte diese Update-Regel also auch für ihn gelten, richtig? Da sind wir aber auch schon beim großen Manko von Smart TV: Denn das mit der Updateversorgung klappt überhaupt nicht.

Sogar das FBI warnt vor smarten Fernsehern

Anfangs waren die Hersteller mit Updates noch motivierter. Mittlerweile hat dieses Engagement nachgelassen. Kannst du dich erinnern, wann du das letzte Mal ein Smart-TV-Update durchgeführt hast? Besonders schlimm ist, dass im Gegensatz zu Smartphones, die ja öfter getauscht werden, ein smarter Fernseher meist Jahre genutzt wird. Und da können sich so einige Schwachstellen und Sicherheitslücken ansammeln … Und tatsächlich hat es schon Smart-TV-Attacken gegeben. Ja sogar das FBI warnt davor!

Kamera und Mikro als Mega-Risiko

Viele der Hersteller wollten besonders clever sein und haben Kameras und Mikros in ihre Geräte integriert. Das ist natürlich besonders riskant … Denn wenn ein Angreifer sich einen Weg in deinen smarten Fernseher bahnt, kann er im schlimmsten Fall mithören und –schauen. Wenn man sich dann noch überlegt, dass derartige Geräte meist im Wohnzimmer oder Schlafzimmer stehen – nun ja …

Datenkrake & Werbebombardement

Die mangelnde Sicherheit ist die eine Sache. Aber auch beim Smart TV sind Daten und Werbung ein großes Thema. Was du dir so ansiehst gibt sehr viel Aufschluss über dein Verhalten und deine Vorlieben. Derartige Informationen sind natürlich ein gefundenes Fressen für Werbetreibende. Deswegen werden auch bei smarten TV-Geräten Daten gesammelt und gezielte Werbung präsentiert. Insbesondere Samsung ist ein heißer Kandidat für den Posten „Datenkrake“: Das Unternehmen gibt gegenüber seinen Werbekunden an, Daten von 50 Millionen Fernsehern zu sammeln. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Daten. Anhand der ACR-Technik weiß man, was gerade am jeweiligen Gerät geschaut wird … Ergebnis sind besonders exakt personalisierte Anzeigen auf der TV-Startseite. Lästig – und bedenklich. Wer will schon, dass die halbe Welt, was man wann, wie lange und wo gesehen hat.

Was also tun mit dem Smart TV?

Solltest du schon ein älteres Gerät besitzen empfiehlt es sich, die ganzen smarten Features einfach zu deaktivieren und das TV vom Netz zu nehmen. Und auch bei einem neuern Gerät solltest du dir dieses komplette Aus überlegen. Und schau dir unbedingt mal die Datenschutzerklärung an, damit du weißt, welche deiner Daten über das Gerät gesammelt und gar weitergegeben werden. Solltest du gerade einen neuen Fernseher kaufen – lass es ganz mit Smart TV!

Bessere Idee: externe Streaming-Sticks & TV-Boxen

Eines darfst du nämlich bei dem ganzen Thema nicht vergessen: Ein anfälliges, ungeschütztes Gerät ist eine Gefahr für dein gesamtes Heimnetzwerk! Wenn du Streaming-Apps nutzen möchtest ist es besser, du kaufst dir den jeweiligen Stick bzw. die Box dazu. Bspw. den Amazon Fire Stick oder Apple TV. Diese externen Geräte sind wesentlich geschützt und werden auch viel besser gewartet.


Erstellt am: 5. Oktober 2020

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