Twitter-„Adventkalender“ mit gehackten persönlichen Daten von Promis & Politikern in Deutschland

Böse nachträgliche Weihnachtsüberraschung: Angeblich wurden im Dezember laut Innenministerium mehrere Hundert deutsche Politiker und Prominente Opfer einer Hacker-Attacke. Ihre persönlichen Dokumente, private Chats und Partei-Interna wurden in Form eines „Twitter-Adventkalenders“ veröffentlicht.

Hinter dem Twitter-Account @_Orbit stecken die Angreifer, welche die Daten gehackt haben. Dazu zählen u. a. Kontaktdaten einschließlich Telefonnummern, politische Kommunikation sowie Bewerbungen, Fotos von Personalausweisen und persönliche Daten von Politikern der CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP. Darüber hinaus sollen aber auch Daten von Komikern wie Nico Semsrott, Rappern wie Sido oder Marteria und Youtubern wie Gronkh sowie jene vom Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, geleakt worden sein. Laut Bild Zeitung ist auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betroffen, ebenfalls soll Angela Merkel Opfer des Leaks sein.

Auch private Chats veröffentlicht

Wer dahinter steckt und was eigentlich das Ziel der Attacke sein sollte, ist noch nicht klar. Und auch der Oho-Effekt ließ bis jetzt auf sich warten. Niemand ist die Veröffentlichung der Daten bisher aufgefallen, bis der RBB am Freitag einen Bericht darüber veröffentlichte. Demnach sollen auch private Chats und Kreditkarteninfos gezeigt worden sein.

Jedes Fenster mit einer gehackten Daten-Überraschung

Mittlerweile wurde der Adventkalender der besonderen Art inklusive des Twitter-Accounts natürlich geschlossen. Den ganzen Dezember über verriet er allerdings Tag für Tag, Türchen für Türchen, via Links zum Orbit-Blog mit ebendiesen gehackten Daten. Orbit selbst hat 17.000 Follower auf Twitter, scheint aus Hamburg zu sein und sieht sein Projekt bzw. sich selbst nach eigenen Angaben auf Twitter als „Security Researching“, „Satire“, „Künstler“ und „Ironie“.

Keine brisanten politischen Dokumente darunter

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beschäftigen sich die Behörden unter der Führung des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums bereits mit dem Angriff. Mittlerweile wurden die geleakten Dokumente durchgesehen. Es sollen zwar sehr persönliche Dokumente wie Briefe oder Einzugsermächtigungen sowie Kreditkarteninformationen darunter sein, aber immerhin keine brisanten Partei-Dokumente.

Zugang über Outlook?

Woher die Daten kommen und ob sie „echt“ sind ist noch nicht geklärt. Es scheint sich aber aufgrund der Vielfältigkeit der Daten um verschiedene Quellen zu handeln. Die Bild Zeitung berichtet, die Hacker könnten sich eventuell durch Outlook Zugang zu den Daten verschafft haben.

Quelle: Standard Online, heise.de; Foto: pixabay.com


Erstellt am:5. Januar 2019

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