Snowden, Winner & Co: Berühmte Whistleblower und ihr Schicksal

Ohne sie bliebe Vieles im Verborgenen: Whistleblower haben es sich zum Auftrag gemacht, die Öffentlichkeit über geheim gehaltene Missstände zu informieren – sei es Korruption, heimliche Überwachung, Datenmissbrauch und was es noch alles gibt. Die Strippenzieher hinter diesen Taten – wie beispielsweise die NSA – würden natürlich lieber alles top-secret halten. Entsprechend schwer ist das Leben von Whistleblowern. Sie riskieren für ihre Enthüllungen meist alles, wie unsere Top 5 der berühmtesten Whistleblower zeigt.

Wahrscheinlich habt ihr diese Namen schon einmal gehört – aber seht selbst:

Edward Snowden

Er ist sicherlich der berühmteste Whistleblower seiner Zeit. 2013 verließ er seinen Arbeitgeber, die CIA. Im Gepäck hatte er 10.000 Dokumente mit vertraulichen Informationen, wie die NSA auf der ganzen Welt Spionage, Überwachung und Hacking betreibt. Diesen Schatz übergab Snowden Journalisten, die seit Jahren wertvolle Informationen daraus veröffentlich und damit zeigen, wie die Privatsphäre der Bürger, die gesamten Menschenrechte, tagtäglich missbraucht werden. Snowden wusste, es war ein Muss, ein „Verbrechen zu begehen, um ein noch viel größeres offenzulegen”.

Damit hat der Whistleblower es quasi zum Staatsfeind Nummer 1 geschafft. Er erhielt an sich Asyl in Ecuador, strandete aber am Flughafen in Moskau, da die USA seinen Pass plötzlich einzog. Seitdem lebt Edward Snowden im temporären russischen Asyl. Nach wie vor beschäftigt die Medien und die Öffentlichkeit die Frage: Ist der Whistleblower ein Held oder ein Verräter an der Heimat, der dem Terrorismus Tür und Tor öffnete?

Chelsea Manning

Nicht nur Männer werden zu Whistleblowern. Auch Frauen beweisen Mut und Stärke, um Ungerechtigkeiten ans Tageslicht zu bringen. So auch Chelsea Manning. Die ehemalige US-Soldatin und IT-Expertin war im Irak stationiert. Dort hatte sie Zugang zu vertraulichen Datenbanken mit Videos, Diplomaten-Depeschen und Kriegsberichten aus dem Irak und Afghanistan. All das veröffentlichte Manning auf Wikileaks.

Die Dokumente berichten u. a. anderem über die amerikanischen Kriegsverbrechen im Irak, darunter der Mord an Reuters-Journalisten und an Menschen, die Verwundeten halfen. Chelsea Manning erzählte einer Online-Bekanntschaft über ihre Taten – und wurde verhaftet. Sie hatte „Glück“ im Unglück. Anstatt der durchaus möglichen Todesstrafe wurde die Whistleblowerin zu maximal 35 Jahren im Gefängnis verurteilt. Präsident Obama reduzierte diese Strafe 2017 auf 7 Jahre.

Daniel Ellsberg

Whistleblowing ist keine Erfindung unserer Zeit. Dies zeigt Daniel Ellsberg, der bereits 1971 die berüchtigten Pentagon-Papiere veröffentlichte und die fortlaufenden Lügen des US-Verteidigungsministeriums über den Vietnam-Krieg enthüllte. Ellsberg machte im Rahmen seiner Arbeit bei RAND Fotokopien der Geheimdokumente und wollte zuerst einen Senator zur Veröffentlichung im Senat überreden. Denn Senatoren können für etwas, das sie dem Senat vorbringen, nicht verurteilt werden.

Als diese ungefährlichere Vorgehensweise aber nicht klappte, sendete Ellsberg die Dokumente an die New York Times. Diese erhielt sofort eine gerichtliche Anordnung mit einem Veröffentlichungsverbot. Ellsberg, der sich auf der Flucht vor dem FBI befand, schickte die Papiere daraufhin anderen Medien. Darunter die Washington Post, welche den Skandal schlussendlich veröffentlichte.

Im Rahmen von Ellsbergs Prozess 1973 kam zu Tage, dass die Regierung den Aktivisten illegal verwanzt hatte und sogar ins Büro seines Psychiaters eingebrochen war, um belastende Informationen gegen ihn zu sammeln. Das Gericht schloss daraufhin den Fall. Die Pentagon-Papiere wurden aber trotzdem erst 2011 vollständig veröffentlicht und der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

Shadow Brokers

Whistleblower agieren nicht immer auf eigener Faust, sondern holen sich Unterstützung. So setzen auch die Shadow Brokers auf Teamgeist. Diese Hacking-Gruppe und Whistleblowers sind seit 2010 aktiv, ihr Führer ist Harold T. Martin III. Sie warnen die Öffentlichkeit vor Sicherheits-Schwachstellen, welche von der NSA geschaffen und ausgenutzt werden.

Manche meinen, dass die Shadow Brokers das Werk russischer Geheimdienste sind. Ihr Ziel sei es, die NSA in ihren globalen Operationen zu beeinträchtigen. Harold T. Martin III ist momentan in Haft für den Diebstahl von ca. 50 Terrabyte NSA-Daten und wartet auf seine Verhandlung.

Reality Winner

Reality Winner ist einer der aktuellsten Fälle – ihr Prozess war heuer in allen Medien. Die ehemalige NSA-Mitarbeiterin hatte ein Dokument über die russische Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 via The Intercept veöffentlicht.

Die Whistleblowerin wurde im Eiltempo gefasst – die Behörden konnten sie durch Metadaten auf den Dokumenten enttarnen, da diese ihren Drucker verrieten. Reality Winner wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, die längste Strafe eines Bundesgerichts für die Informationsweitergabe an Medien. Es besteht die Hoffnung auf Begnadigung durch Präsident Donald Trump, der Winner via Twitter seine Unterstützung zugesagt hat.

Ganz schön spannend, oder? Neben diesen fünf großen und bekannten Whistleblowern gibt es sicher auch noch andere bzw. wird es hoffentlich auf in Zukunft Menschen geben, welche die Öffentlichkeit über sonst verborgene Ungeheuerlichkeiten informieren …

Quelle: ExpressVPN; Foto: pixabay.com

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